19. September 2017

Kauder: Kinder wünschen sich keine homosexuellen Eltern

Foto: Andrea Kusajda / pixelio.de

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(KR) Unionsfraktionschef Volker Kauder hat nach Medieninformationen zum Thema „Familienplanung“ von Schwulen und Lesben für Empörung gesorgt.
 

Gegenüber einer Zeitung habe er gesagt: er glaube nicht, dass sich Kinder wünschen, in einer homosexuellen Partnerschaft aufzuwachsen. Bedürfnisse homosexueller Partnerschaften müssten hinter dem Kindewohl zurückstehen.

Die Sprecherin des Lesben- und Schwulenverbands in Deutschland (LSVD), Uta Kehr, kritisierte die These des Christdemokraten. Kauders Diskriminierung sei „schäbig und das glatte Gegenteil von verantwortlicher Familienpolitik“. Kauder würde Vorurteile gegen „gleichgeschlechtliche Eltern“ schüren, die „tagtäglich für das Wohl ihrer Kinder Sorge tragen“ würden. Es sei schlimm, so Kehr, dass Kauder „homosexualle Eltern vor deren Kindern“ erniedrige. Der parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck, bezeichnete Kauders Äußerungen als „eine Beleidigung und Herabsetzung aller homosexuellen Eltern“. Der SPD-Fraktionsbeauftragte in Sachen Lesben und Schwule, Johannes Kahrs, warf dem Unionsfraktionschef „Stimmenfang für die CDU“ vor.

Die Kritiker verweisen auf eine Studie des Bundesfamilienministeriums aus dem Jahr 2009. Diese belege, dass Kinder in „sogenannten Regenbogenfamilien“ genauso geborgen und erfolgreich aufwachsen würden wie in klassischen Familien. Selbst Langzeitstudien hätten herausgefunden, dass es bei schwulen und lesbischen „Eltern“ keinen negativen Einfluss auf die Kindesentwicklung geben würde.