11. Dezember 2017

Ist der Mensch selbst das größte Armutsrisiko?

Foto: Thomas Max Müller / pixelio.de

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Zahlen, die die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) bekannt gegeben hat, lässt diese fragwürdige Schlussfolgerung zu.
 

Zum Jahreswechsel werden, so die Recherche der Stiftung, voraussichtlich 6.934.196.000 Menschen auf der Erde leben. Im Jahr zuvor waren es 80 Millionen weniger. Jede Sekunde kämen rund 2,6 und pro Minute 158 Kinder zur Welt. Schon Mitte 2011 könnte es so weit sein, dass die Weltbevölkerung die Siebenmilliarden-Grenze erreicht, 14 Jahre später könnten dann bereits acht Milliarden Menschen die Erde bevölkern.

In den Entwicklungsländern leben nach DSW-Angaben derzeit 5,7 Milliarden Menschen, also 82 Prozent der Weltbevölkerung. Bis 2050 seien es dann 7,9 Milliarden. Das schnellste Wachstum hätte Afrika mit derzeit etwa 1 Milliarde Menschen zu verzeichnen. Diese rasante Entwicklung belaste die natürlichen Ressourcen und verschärfe die Armut. So meint die Stiftung, dass sich allein in Afrika südlich der Sahara das Bevölkerungswachstum um ein Fünftel verringern würde, wenn alle Menschen ungewollte Schwangerschaften vermeiden könnten. So empfiehlt DSW-Geschäftsführerin Renate Bähr: „Wenn wir die Armut an ihrer Wurzel bekämpfen wollen, müssen wir Frauen helfen, ungewollte Schwangerschaften zu vermeiden. Deshalb sind höhere Investitionen in Aufklärung und Verhütung so wichtig.“

Abgesehen davon, dass allein Gott weiß, wie viele Menschen tatsächlich auf der Erde leben, wird jedes Jahr erneut festgestellt, dass es zu viele sind. Darauf, dass der Schöpfer auch seine Geschöpfe im Blick hat, vertraut kaum noch jemand. Man setzt hingegen auf Menschliches: Aufklärung und Verhütung. Das industrieländererprobte Regulierungsmittel Abtreibung will die Stiftung vor der Hand aber dann doch (noch nicht) empfehlen. Zu den Weltfrauenkonferenzen nimmt man (Frau) längst kein Blatt mehr vor den Mund und kämpft für das weltweite Recht auf Abtreibung als Menschenrecht. Welch ein Armutszeugnis! (TS)