20. September 2017

Bischof: Homo-Partner im Pfarrhaus kein Austrittsgrund

Quelle: idea.de

Der bayerische Landesbischof Johannes Friedrich: Verantwortlich gelebte Partnerschaft ist keine Sünde.

Der bayerische Landesbischof Johannes Friedrich: Verantwortlich gelebte Partnerschaft ist keine Sünde.

München (idea) – Der bayerische Landesbischof Johannes Friedrich (München) hat zur Kritik an der Entscheidung der Kirchenleitung Stellung genommen, das Zusammenleben homosexueller Theologen im Pfarrhaus unter bestimmten Bedingungen zu erlauben.
 

Dagegen regt sich Widerstand an der Kirchenbasis, der sich auch in Austrittsdrohungen äußert. Friedrich machte jetzt in einem Interview mit dem Evangelischen Sonntagsblatt für Bayern (München) deutlich, dass er einen solchen Schritt für unbegründet hält: „Für einen Kirchenaustritt hätte ich Verständnis, wenn die Kirche die Grundlagen ihres Glaubens nicht mehr vertritt. Aber ich kann nicht verstehen, wenn jemand austreten will, weil fünf verpartnerte Paare die Möglichkeit erhalten, dort ins Pfarrhaus zu ziehen, wo dadurch kein Unfrieden gestiftet wird. Das ist doch kein Austrittsgrund.“ Wie Friedrich weiter sagte, habe er sehr viele kritische Reaktionen auf die Entscheidung erhalten. Er könne verstehen, wenn Menschen schreiben: „In der Bibel lese ich, dass Homosexualität Sünde ist. Wie können Sie so einen Beschluss fassen?“ Entsetzt äußerte sich Friedrich aber über Äußerungen wie: „Homophile können miteinander weder Leben zeugen noch es weitertragen. Sie sind Sendboten des Todes.“ Solche Beschimpfungen machten ihm das Herz schwer, so der Landesbischof. Nach seinen Worten bedenken die Kritiker der Entscheidung nicht, „dass die Verfasser der Bibel eine verantwortlich gelebte Partnerschaft zwischen gleichgeschlechtlichen Menschen nicht kannten“. Homosexualität in der Bibel meine Götzendienst am Tempel mit Lustknaben und wechselnden Partnern: „Das nenne ich auch heute Sünde. Ich bin aber überzeugt, dass es Menschen gibt, die homosexuell veranlagt sind, und dass dies nicht als Krankheit angesehen werden kann.“ Ein menschenwürdiges Leben müsse für sie die Möglichkeit einschließen, ihre Sexualität verantwortlich zu leben.