11. Dezember 2017

Bayern: Widerstand gegen Homosexuelle im Pfarrhaus

Quelle: idea.de

Der Vorsitzende des Arbeitskreises Bekennender Christen (ABC) in Bayern, Pfarrer Till Roth. Foto: PR

Der Vorsitzende des Arbeitskreises Bekennender Christen (ABC) in Bayern, Pfarrer Till Roth. Foto: PR

Redwitz (idea) – In der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern wächst der Widerstand gegen den Landeskirchenrat. Das kirchenleitende Gremium hatte Mitte November darüber informiert, dass homosexuelle Pfarrer unter bestimmten Bedingungen gemeinsam im Pfarrhaus einer Gemeinde wohnen können.
 

Die Landessynode nahm den Beschluss mit großer Mehrheit zur Kenntnis. Dies habe bei vielen Kirchenmitgliedern „Trauer, Empörung, Entsetzen, Wut und Austrittsdrohungen“ ausgelöst, schreibt der Vorsitzende des Arbeitskreises Bekennender Christen (ABC) in Bayern, Pfarrer Till Roth (Redwitz/Oberfranken), an die Mitglieder und Freunde des Dachverbandes von 20 theologisch konservativen Gruppen. Als Reaktion hat der ABC-Vorstand einen „Mahnruf an die Gemeinden“ verfasst. Darin heißt es, das Vorgehen des Landeskirchenrats verstoße gegen einen sachgemäßen Umgang mit der Bibel, gegen reformatorische Grundüberzeugungen und gegen die Kirchenverfassung. Kritiker sollten mit ihrer Unterschrift der Forderung nach Aussetzung des Beschlusses Nachdruck verleihen. Außerdem sollten sich Kirchengemeinden rechtzeitig auf mögliche Bewerbungen homosexueller Pfarrer vorbereiten. Einzelne Kirchenvorsteher, Kirchenvorstände, Pfarrer und Dekane könnten unter Berufung auf die Bibel bereits jetzt schriftlich erklären, grundsätzlich keinen Pfarrer zu akzeptieren, der in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung lebt. Dann seien die Positionen von vornherein klar, so dass es bei Pfarrstellen-Besetzungen nicht zu innergemeindlichen Konflikten zwischen Befürwortern und Gegnern gleichgeschlechtlicher Lebensweisen kommen müsse.