16. August 2017

Wenn „Revierverhalten“ Gemeindewachstum erschwert

Quelle: idea.de

Bischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs, Andreas von Maltzahn (Schwerin) - Foto: Thomas Schneider

Bischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs, Andreas von Maltzahn (Schwerin) - Foto: Thomas Schneider

Güstrow (idea) – Mission ist kein Arbeitsbereich, sondern Wesensmerkmal der Kirche. Das sagte der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs, Andreas von Maltzahn (Schwerin), beim Tag missionarischer Impulse am 6. November in Güstrow.
 

Allerdings sei es nicht Aufgabe einzelner Christen, Kirche zu bauen, erklärte der Bischof vor den rund 200 Besuchern. „Gott sorgt dafür, dass Menschen zum Glauben finden.“ Das könne besonders Pfarrer von Erfolgsdruck befreien. Viele Pfarrer hätten das Gefühl, sie seien der Motor des Gemeindeaufbaus und es sei ihre Schuld, wenn nur wenige Menschen Christen würden. Er selbst kenne das aus seiner Zeit als Landpfarrer, sagte von Maltzahn. Nicht selten stünden Christen einem Gemeindewachstum aber auch selbst im Weg. So gebe es in den meisten Gemeinden eine Art „Revierverhalten“, das es Außenstehenden schwer mache, Zugang zu finden. Auch eine formelhafte und unverständliche Sprache könne das Wirken Gottes behindern, sagte von Maltzahn.

Der frühere Generalsekretär der Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste (AMD), Hartmut Bärend (Berlin) - Foto: Thomas Schneider

Der frühere Generalsekretär der Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste (AMD), Hartmut Bärend (Berlin) - Foto: Thomas Schneider

Bärend: Vor der Aktivität steht die Spiritualität

Der frühere Generalsekretär der Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste (AMD), Hartmut Bärend (Berlin), rief dazu auf, noch stärker auf Außenstehende zuzugehen, um ihnen die Botschaft von der Liebe Gottes weiterzusagen. Gleichzeitig warnte er vor Aktivismus: „Vor der Aktivität steht die Spiritualität.“ Wer seine Beziehung zu Gott nicht pflege, könne anderen Menschen auch nichts davon weitergeben. Bärend ermutigte zu einem aktiven Gebetsleben. Der Tag missionarischer Impulse stand unter dem Thema „Mitten im Leben – Gott begegnen“. Er findet seit 2001 jährlich in der Region Nord-Ost statt. Verantwortet wird das Treffen vom Konvent für missionarischen Gemeindeaufbau in Mecklenburg, dem Amt für Gemeindedienst der mecklenburgischen Kirche, dem Institut zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung der Universität Greifswald, dem Gnadauer Theologischen Seminar Falkenberg, dem Mecklenburgischen Gemeinschaftsverband und dem Landesverband evangelischer Gemeinschaften Vorpommern.