23. August 2017

Unterschiedliche Resonanz auf kirchliche Fernsehsendungen

Quelle: idea.de

Hannover (idea) – Unterschiedlich hat sich die Resonanz auf kirchliche Fernsehsendungen entwickelt. Während die Zuschauerzahlen beim „Wort zum Sonntag“ in der ARD gestiegen sind, gingen sie bei den ZDF-Gottesdiensten leicht zurück.
 

Das geht aus dem Bericht des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik (GEP) für die EKD-Synode hervor, die vom 7. bis 10. November in Hannover tagt. Wie GEP-Direktor Jörg Bollmann (Frankfurt am Main) schreibt, lag die Durchschnittsquote beim „Wort zum Sonntag“ in den ersten 26 Sendungen 2010 um etwa 200.000 Zuschauer über der des Vorjahres. Der Grund sei das attraktivere ARD-Abendprogramm. Höhepunkt mit 6,5 Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von 24 Prozent sei das „Wort zum Sonntag“ direkt vor der Übertragung des Musikwettbewerbs Eurovision Song Contest aus Oslo gewesen.

Gottesdienste konkurrieren mit Sport

Die Einschaltquoten für die ZDF-Fernsehgottesdienste am Sonntagvormittag gingen gegenüber dem Vorjahr leicht zurück. Im Durchschnitt sahen 750.000 Zuschauer die Übertragungen; der Marktanteil lag bei 9,4 Prozent. Dafür sind laut GEP mehrere Faktoren verantwortlich. So sei der Sonntagvormittag im Fernsehen immer stärker umkämpft. Gottesdienste hätten es schwer, sich etwa gegen parallele Sportprogramme durchzusetzen, zum Beispiel Wintersport oder die Formel 1. Im Jahr 2010 scheine die Reichweite konstant zu bleiben. Im ersten Halbjahr hätten die Gottesdienste im Durchschnitt rund 770.000 Zuschauer angelockt, was einen Marktanteil von neun Prozent bedeute.

Chrismon erreicht weniger Leser

An Reichweite eingebüßt hat bei den Druckerzeugnissen das Monatsmagazin chrismon, das in 1,6 Millionen Exemplaren Blättern wie der Wochenzeitung „Die Zeit“, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ und der „Süddeutschen Zeitung“ kostenlos beiliegt. chrismon erreicht jetzt 830.000 Leser; das sind rund 160.000 weniger als im Vorjahr. Zu den Gründen zählen nach Angaben des GEP der allgemeine Druck auf die Druckerzeugnisse sowie wachsender Konkurrenzdruck von Produkten wie dem Magazin der Süddeutschen Zeitung, dem Red Bulletin Magazin in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung oder dem Zeit Magazin. Gestartet war chrismon vor zehn Jahren mit 630.000 Lesern. Nach wie vor ist es das Druckerzeugnis der evangelischen Kirche mit der größten Reichweite auch in kirchenferne Schichten hinein. chrismon trat vor zehn Jahren die Nachfolge der Wochenzeitung „Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt“ an, das die EKD wegen Auflagenschwunds und anhaltend hoher Subventionen eingestellt hatte. chrismon wird mit jährlich vier Millionen Euro von der EKD subventioniert.