22. November 2017

SPD-Bürgermeister: Gesellschaft fußt auf Christentum

Quelle: idea.de

Der Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln, Heinz Buschkowsky (SPD). Foto: Wikipedia/Felgentreu

Der Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln, Heinz Buschkowsky (SPD). Foto: Wikipedia/Felgentreu

Berlin (idea) – Die deutsche Gesellschaft muss deutlich machen, dass sie ihre Zivilisation christlichen Werten und christlichem Glauben verdankt.
 

Diese Ansicht vertrat der Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln, Heinz Buschkowsky (SPD), bei einem Pressegespräch mit dem Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge, am 25. November in Berlin. Buschkowsky zufolge betont das Christentum die Würde des Individuums und steht für Werte wie Nächstenliebe, Freiheit und Ächtung von Gewalt. Er sei außerordentlich dankbar für den Dialog, den evangelische Pfarrer mit den Neuköllner Moscheen führen. In Teilen des Stadtbezirks gebe es Verhaltensweisen, die nicht mit dem Geist des Grundgesetzes vereinbar seien, etwa die Diskriminierung von Frauen. Buschkowsky: „Kinder kriegen, Kopftuch tragen und Teller schrubben – das ist nicht unser Menschenbild.“ Laut Buschkowsky befinden sich die Christen in einigen Neuköllner Stadtteilen in der Minderheit: „Es ist kein großes Geheimnis, dass die evangelische Kirche in Neukölln nicht gerade über massenhaften Zulauf verfügt.“ Von den 310.000 Einwohnern sind 21 Prozent evangelisch, 20 Prozent muslimisch und 8 Prozent katholisch. 41 Prozent haben ausländische Wurzeln.

Bischof besucht Moschee

Laut Bischof Dröge wird der interreligiöse Dialog immer wichtiger. So sei es angesichts von Terrorwarnungen nötig, sich gemeinsam gegen jede Form von Gewalt auszusprechen. Gott sei ein Gott der Versöhnung, nicht des Terrors. Bei seinem Besuch in Neukölln führte Dröge auch Gespräche mit Vertretern der Ehitlik-Moschee (Märtyrer-Moschee). Sie ist mit 1.500 Plätzen das größte islamische Gotteshaus in Berlin und gehört zum Dachverband der türkisch-islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB). Nach Angaben der Moschee hat die Gemeinde knapp 300 Mitglieder. Zu den Freitagsgebeten kommen bis zu 1.000 Gläubige. Dröge sprach der muslimischen Gemeinde seine Anteilnahme aus. In diesem Jahr wurden bereits vier Brandanschläge auf die Moschee verübt; es entstand geringer Sachschaden.