21. August 2017

Söder kritisiert schwankende Haltung der EKD zu PID

Quelle: idea.de

Der bayerische Umweltminister Markus Söder (CSU).

Der bayerische Umweltminister Markus Söder (CSU).

Berlin (idea) – Kritik an der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) im Zusammenhang mit der Präimplantationsdiagnostik (PID) hat der bayerische Umweltminister Markus Söder (CSU) geübt.
 

Die EKD zögere, „einen klaren Standpunkt zu beziehen“, sagte der Politiker in einem von „Welt Online“ (Berlin) am 20. November veröffentlichten Interview. Söder begrüßte, dass sich die bayerische Landeskirche klar gegen die PID ausgesprochen habe: „Das tat gut.“ Der Minister äußerte sich zugleich „erstaunt, wie schnell und absolut die Vertreter der EKD zu Alltagsfragen der Politik Stellung beziehen können, aber gerade in dieser absolut fundamentalen Lebensfrage zögern und schwanken“. Die EKD-Synode hatte auf ihrer Tagung Anfang November den Rat der EKD beauftragt, seine bisherige Position zu überprüfen. In einem Beschluss von 2003 hatte sich die EKD dafür ausgesprochen, die genetische Untersuchung künstlich erzeugter Embryonen zu verbieten. Der EKD-Ratsvorsitzende, Präses Nikolaus Schneider (Düsseldorf), plädiert dafür, die Diskussion neu zu führen. Er begründet dies unter anderem damit, dass die medizinische Entwicklung weitergegangen sei. Schneider kann sich eine Zulassung von PID unter eng begrenzten Bedingungen vorstellen. Er wolle sein „Mit-Leiden“ für Eltern mit schweren Erbkrankheiten zum Ausdruck bringen, die in ihrer Not PID als Hilfe ansehen, sagte er vor der EKD-Synode. Bei der PID werden künstlich befruchtete Eizellen auf genetische Defekte untersucht, bevor sie einer Frau eingepflanzt werden. Als krank angesehene Embryonen werden getötet.