22. November 2017

Präses Schneider zum EKD-Ratsvorsitzenden gewählt

Quelle: idea.de

Hannover (idea) – Mit großer Mehrheit ist Nikolaus Schneider (Düsseldorf) am 9. November in Hannover zum Ratsvorsitzenden der EKD gewählt worden.
 

Der 63-jährige Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland war der einzige Kandidat und erhielt 135 von 143 abgegebenen Stimmen aus der EKD-Synode (Kirchenparlament) und der Kirchenkonferenz (Vertretung der 22 Landeskirchen). Es gab jeweils vier Nein-Stimmen und Enthaltungen. Schneider nahm das Amt an der Spitze des Leitungsgremiums der EKD bereits seit dem Rücktritt von Landesbischöfin a.D. Margot Käßmann Ende Februar kommissarisch wahr. Die EKD repräsentiert rund 24,2 Millionen evangelische Kirchenmitglieder. Wie Schneider unmittelbar nach seiner Wahl sagte, sei er froh, „dass diese Probezeit jetzt zu Ende ist“. Er fühle sich durch das klare Votum gestärkt und unterstützt. Angesichts des Datums seiner Wahl, des 9. November, an dem auch der Pogrome an den Juden 1938 durch die Nationalsozialisten gedacht wird, hob Schneider die Bedeutung des christlich-jüdischen Gesprächs hervor. Er halte dieses für unverzichtbar, da Christen und Juden „in der Wurzel verbunden“ seien. Dies gelte auch angesichts gelegentlicher kritischer Stimmen gegenüber dem Staat Israel und des „Christuszeugnisses“ gegenüber den Juden. Eine Aufgabe des Rates werde es sein, Zeugnis von der „Menschenfreundlichkeit Gottes“ abzulegen. Gott bleibe im Regiment auch in allen Unbillen und Schrecken des Lebens.