18. August 2017

Pietisten sollen in die Gesellschaft hinein wirken

Quelle: idea.de

Ahlen (idea) – Landeskirchliche Gemeinschaften sollten mehr in die Gesellschaft hinein wirken. Dafür haben sich Redner auf dem Mitarbeiterkongress „Mit Perspektiven in die Zukunft“ ausgesprochen, der vom 29. Oktober bis 1. November im westfälischen Ahlen stattfand.
 

Veranstalter waren der Westfälische Gemeinschaftsverband sowie die Jugendverbände „Entschieden für Christus“ (EC) Ostwestfalen-Lippe und Rheinland-Westfalen. „Wir brauchen offene Türen in unseren Gemeinschaftshäusern, damit wir hinausgehen und unsere Nachbarschaft wahrnehmen können“, sagte der Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbands (Vereinigung Landeskirchlicher Gemeinschaften), Pfarrer Michael Diener (Kassel). Manchmal sei es sinnvoll, auf Gemeindeaktivitäten zu verzichten und dafür Zeit mit Nachbarn zu verbringen. Im Zusammenhang mit der Integrationsdebatte stimme es ihn nachdenklich, dass die Frage nach einem Bleiberecht von Muslimen die Diskussion in Gemeinschaftskreisen beherrsche – und nicht die Frage danach, wie sie für Christus gewonnen werden können. Der bei der Berliner Stadtmission im missionarischen Gemeindeaufbau tätige Pfarrer Alexander Garth sagte vor den 330 Teilnehmern, damit eine Gemeinde etwas in ihrem Umfeld ausrichten könne, müssten die Beziehung zu Christus, das Leben in christlicher Gemeinschaft und die Ausrichtung auf die Welt in einer guten Balance stehen. Garth kritisierte die Abschottung mancher Gemeinden von ihrem Umfeld und die ausschließliche Konzentration auf die Wortverkündigung. „Die Welt ist für uns nicht zuerst böse, sondern sie ist in erster Linie ein Aufgabenfeld.“ Zum 1894 gegründeten Westfälischen Gemeinschaftsverband gehören 99 Gemeinschaften. Vorsitzender ist Pfarrer Dirk Scheuermann (Velbert). Als Inspektor amtiert Michael Stahl (Bochum). Der Verband ist Mitglied im Gnadauer Gemeinschaftsverband.