21. August 2017

Konfessionslose rufen zum Kirchenaustritt auf

Quelle: idea.de

Hannover (idea) – Ein „Jahr des Kirchenaustritts“ haben der Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA) und der Bund für Geistesfreiheit ausgerufen.
 
Die Initiatoren werfen den Kirchen vor, nur zehn Prozent der Kirchensteuern für mildtätige Zwecke einzusetzen. Durch einen Kirchenaustritt spare ein Normalverdiener mit einem Bruttojahresgehalt von 25.000 Euro etwa 170 Euro Kirchensteuern. Wenn davon die Hälfte direkt an soziale Organisationen gespendet werde, diene dies dem Allgemeinwohl mehr als eine Kirchenmitgliedschaft, heißt es in dem Aufruf. Die 22 evangelischen Landeskirchen erhielten im vergangenen Jahr rund 4,4 Milliarden Euro Kirchensteuern, von denen rund 86 Prozent für Personalausgaben bestimmt waren. Die EKD kritisiert die Kampagne. Die Behauptungen des IBKA verfälschten die Tatsachen, sagte Pressesprecher Reinhard Mawick (Hannover) gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Der Staat profitiere „ungemein“ von den kirchlichen Aktivitäten. Die Kirchen übernähmen gesellschaftliche Verantwortung, in dem sie Einrichtungen für Kinder, Jugendliche, Alte, Kranke, Behinderte und Pflegebedürftige vorhielten und mit großem Engagement betrieben.