18. August 2017

EKD-Ratsvorsitzender wirbt für Gottvertrauen

Quelle: idea.de

Hannover (idea) – Der neue EKD-Ratsvorsitzende, Präses Nikolaus Schneider (Düsseldorf), wirbt für Gottvertrauen. Das gebe ein „festes Herz“ und Halt auch in schweren Zeiten, sagte er in einem Interview mit der Evangelischen Nachrichtenagentur idea.
 

Allerdings meine er nicht: „Glaubt an Gott, dann geht es euch besser.“ Vielmehr gelte es zu erkennen, dass Gott eine Realität und keine Fantasie sei. „Wer das für sich akzeptiert, wird eine neue Qualität des Lebens erfahren“, sagte Schneider. Er war am 9. November in Hannover mit großer Mehrheit zum Ratsvorsitzenden gewählt worden. Das Leitungsamt hatte er bereits seit dem Rücktritt von Landesbischöfin a.D. Margot Käßmann Ende Februar kommissarisch inne. Wie Schneider weiter sagte, habe die Bibel auch Bedeutung für die Gesellschaftspolitik. So seien die Zehn Gebote „eine Art Rahmengesetzgebung, mit der wir ein Zusammenleben in Gerechtigkeit und Frieden gestalten können“.

Islam: Grundgesetz ist unverhandelbar

Schneider nahm auch zum Islam in Deutschland Stellung. Für undenkbar hält er es, dass es akzeptiert werden könne, wenn bestimmte islamische Vorstellungen vom Rechts- und Staatssystem allen aufoktroyiert werden sollten. Die Prinzipien des Grundgesetzes seien unverhandelbar. Der Islam werde als Theologie nur bedingt Prägekraft entfalten können, wenn er nicht Teil der hiesigen akademischen Bildung werde. Deshalb begrüßt Schneider die Einrichtung von Lehrstühlen für islamische Religionswissenschaft und Theologie.

Messianische Juden sind ein „großes Geschenk“

Als „großes Geschenk für die Kirche“ bezeichnete Schneider die „messianischen Juden“, die an Jesus als Messias glauben. Sie machten die Kirche aus Juden und Heiden vollständig. Mit der Judenmission im engeren Sinne tue er sich schwer, sagte Schneider. Aber man habe auch Juden Christus zu bezeugen. Auch für sie gehe der Zugang zu Gott nicht an Christus vorbei.“

Pietisten in der Mitte der Kirche

Pietisten gehören laut Schneider „in die Mitte unserer Kirche“. Sie machten deutlich, dass der Glaube nicht nur aus Worten bestehe, sondern eine Lebenshaltung sei. Er sei dankbar, dass viele Pfarrerinnen und Pfarrer aus dem pietistischen Milieu kämen. Der Pietismus in der Evangelischen Kirche im Rheinland bejahe die Kirche und mache das Auseinanderfallen von Frömmigkeit und gesellschaftspolitischem Engagement nicht mit.