23. August 2017

Diakonie Hessen-Nassau will sich mehr für Muslime öffnen

Quelle: idea.de

Wolfgang Gern: Wir können auf diese Menschen nicht verzichten. Foto: EKHN

Wolfgang Gern: Wir können auf diese Menschen nicht verzichten. Foto: EKHN

Frankfurt am Main (idea) – Das Diakonische Werk Hessen-Nassau will künftig verstärkt auch Muslime beschäftigen. Das hat der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Gern (Frankfurt am Main) angekündigt.
 

Auch für Angehörige anderer Religionen will sich die Diakonie öffnen. „Wir können auf diese Menschen nicht verzichten“, so Gern. Wie der Referent für Öffentlichkeitsarbeit, Wilhelm Wegner, am 5. November auf idea-Anfrage sagte, werde aber der missionarische Anspruch in der Diakonie, Gottes Liebe zu den Menschen in Wort und Tat zu bezeugen, nicht aufgegeben. Muslimische Mitarbeiter sollen laut Gern vor allem dort arbeiten, wo sie dringend gebraucht werden, vor allem im Kontakt mit anderen Muslimen – etwa in Krankenhäusern oder Kindertagesstätten. Schon jetzt seien vereinzelt Muslime in diakonischen Einrichtungen der 280 Mitgliedsverbände der Diakonie in Hessen und Nassau tätig. Ihre Zahl sei aber nicht bekannt.

Für interreligiöse Teams

Schon bei einer Diakonie-Tagung im August in der Evangelischen Akademie Arnoldshain (Taunus) hatte sich Gern auch für die Beschäftigung nichtchristlicher Mitarbeiter ausgesprochen: „Interreligiöse Teams können die Professionalität unserer Arbeit weiterentwickeln.“ So könne das christliche Profil einer Einrichtung umso stärker erkennbar werden. Gern, der für das Bischofsamt der hannoverschen Landeskirche kandidiert, begründete die interreligiöse Öffnung mit einem Hinweis auf Jesus Christus: „Jesus selbst verzichtete auf Allmacht und Überlegenheit.“ Auch er habe sich mit dem Fremden identifiziert.