22. November 2017

Chef der Bundeszentrale für politische Bildung soll zurücktreten

Quelle: idea.de

Vorwurf: Thomas Krüger hat familienfeindliches Weltbild. Foto: PR

Vorwurf: Thomas Krüger hat familienfeindliches Weltbild. Foto: PR

Bonn (idea) – Der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, Thomas Krüger (Bonn), soll wegen umstrittener Äußerungen zurücktreten. Das fordern CDU-Politiker und die Initiative „Christdemokraten für das Leben“ (CDL).
 

Sie werfen dem SPD-Mitglied Krüger vor, sich bei einem Kongress der Bundeszentrale Ende Oktober für das „Prinzip des Gender Mainstreaming als zentraler Dimension aller gesellschaftlichen und politischen Bereiche“ eingesetzt zu haben. Vertreter der Gender-Bewegung propagieren, dass es mehr als zwei Geschlechter gibt, wobei Homosexualität, Bisexualität und Transsexualität als eigenständige Geschlechter angesehen werden. Außerdem soll Krüger die gesellschaftliche Stellung der Frau in der DDR und die dortige liberale Abtreibungspraxis sowie den Kampf der „Feministinnen wie Clara Zetkin und Rosa Luxemburg für Gleichberechtigung und das Frauenwahlrecht“ in Deutschland gerühmt haben. Nach Ansicht der brandenburgischen CDU-Chefin Saskia Ludwig vertritt Krüger sozialutopische Träumereien über eine geschlechterlose Gesellschaft. Diese „unkritische und einseitige Sichtweise“ werde der Bedeutung des Amtes nicht gerecht. Der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende im hessischen Landtag, Hans-Jürgen Irmer, erklärte, Krüger sei der Aufgabe nicht gewachsen, eine Einrichtung zu leiten, die der Wissenschaftlichkeit und der politischen Ausgewogenheit verpflichtet sei, Er solle deshalb umgehend zurücktreten. Die CDL-Bundesvorsitzende, Mechthild Löhr (Königstein/Taunus), wirft Krüger ein „völlig einseitiges, linksideologisches und familienfeindliches Weltbild sowie Umerziehungswut“ vor. Er sei bereits mehrmals wegen einseitiger, ideologischer Agitation gegen Familie und Grundwerte gerügt worden. Im August habe das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass er für die Verletzung von Persönlichkeitsrechten des Bayreuther Politikwissenschaftlers Konrad Löw verantwortlich sei.

Kontroverse mit Evangelikalen

2008 habe sich Krüger öffentlich für die Diffamierung evangelikaler Christen entschuldigen müssen. In einem von der Bundesbehörde finanziell unterstützten Schülermagazin hatte es über den Jugendkongress „Christival“ geheißen, Evangelikale verbreiteten „erzkonservative, zum Teil verfassungsfeindliche Ideologien“. In einem Empfehlungsbrief für das Magazin schrieb Krüger: „In der Zeitung finden sich interessante Informationen, wie islamistische und evangelikale Gruppen, die wichtige Freiheitsrechte in Frage stellen, Jugendliche umwerben.“ Diese Angriffe lösten in der evangelikalen Bewegung Entrüstung aus und stießen auch unter Parlamentariern auf Kritik. Daraufhin distanzierte sich Krüger von dem Artikel und erklärte, eine Gleichsetzung der evangelikalen Bewegung mit dem christlichen Fundamentalismus sei unangemessen und nicht zutreffend.