18. August 2017

Bundespräsident würdigt Bedeutung von Christen für Gesellschaft

Quelle: idea.de

Hannover (idea) – Die Bedeutung der Christen für die Gesellschaft hat Bundespräsident Christian Wulff hervorgehoben.
 

Wie er am 7. November in einem Grußwort vor der EKD-Synode in Hannover sagte, sähe es anders in Deutschland aus, wenn sich nicht ungezählte Christen Tag für Tag engagierten – von Jugendgruppen über Besuchsdienste bis hin zu Posaunenchören. Besonders hob Wulff den Dienst der Notfallseelsorger hervor. Sie bekämen vielfach nicht die Anerkennung, die sie verdient hätten. Dabei sei gerade die Notfallseelsorge „ein Beitrag der Kirchen, für den man nur ehrfürchtig Respekt zollen darf“. Auch wenn der positive Beitrag der Kirchen nicht allen Bürgern bewusst sei, so brauche doch die ganze Gesellschaft das Zeugnis der Hoffnung, Zuversicht und Kraft, das die Kirchen verkündeten. „Das hat unserem Land und unserer Gesellschaft immer gut getan“, so der Bundespräsident. Er bedauerte in diesem Zusammenhang, dass auch 20 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung die Rolle der evangelischen Kirche in der DDR noch nicht ausreichend gewürdigt worden sei.

Islam kann viel von Protestantismus lernen

Mit Blick auf den interreligiösen Dialog sagte Wulff, dieser werde in den nächsten Jahren noch an Bedeutung gewinnen. Er wünsche sich, dass er zu einer „Sache des täglichen Lebens“ werde, die sich auf dem Schulhof und im Beruf abspiele. Dabei könne der Islam viel vom Protestantismus lernen. Er brauche noch stärker eine kritische Selbstreflexion, anstatt einfach Traditionen fortzuführen.

Knobloch: Gesellschaft braucht starke Religionsgemeinschaften

Nach Ansicht der Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch (München), braucht die Gesellschaft starke Religionsgemeinschaften. Der Glaube gebe Halt, Trost, Mut und Orientierung. „Und wir können dadurch anderen Menschen Halt, Trost, Mut und Orientierung geben“, sagte sie. Als eine der größten Herausforderungen für die deutsche Gesellschaft bezeichnete Frau Knoblauch die Bildungsgerechtigkeit. Es sei besorgniserregend, wenn immer mehr junge Menschen Angst hätten, aufgrund mangelnder Bildung verloren zu gehen, sagt sie mit Blick auf das Schwerpunktthema der EKD-Synode „Niemand darf verloren gehen“.

Bischofskonferenz: Ökumene hat hohen Stellenwert

Der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle grüßte die Synodalen im Namen der katholischen Deutschen Bischofskonferenz. Wie er sagte, habe die Ökumene „einen hohen Stellenwert“ für die Bischofskonferenz. Ihr zentrales Anliegen sei es, „auf dem Weg zur Einheit voranzuschreiten“. Ereignisse wie das 500-jährige Jubiläum der Reformation oder das 50-jährige Jubiläum des 2. Vatikanischen Konzils sollten deshalb auch nicht begangen werden, ohne nach deren „ökumenischem Potential“ zu fragen, so Trelle.