20. August 2017

Birma: Plant das Regime Angriffe auf Minderheiten?

Quelle: idea.de

Analyse: Entlassung von Aung San Suu Kyi soll Image aufpolieren. Foto: Wikipedia/KET

Analyse: Entlassung von Aung San Suu Kyi soll Image aufpolieren. Foto: Wikipedia/KET

Rangun (idea) – Die Entlassung der birmanischen Friedensnobelpreisträgerin und Bürgerrechtlerin Aung San Suu Kyi aus dem Hausarrest am 13. November ist kein Grund zu ungeteilter Freude.
 

Es gebe Hinweise, dass die Militärjunta in Rangun damit nur ihr Image nach den gefälschten Wahlen vom 7. November aufbessern wolle. Mit hoher Wahrscheinlichkeit bereite das sozialistische Regime eine Offensive gegen ethnische Minderheiten in dem südostasiatischen Land vor. Zu „vorsichtigen Reaktionen“ wird deshalb in einer von der Kommission für Religionsfreiheit der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA) geförderten Analyse geraten. Das Militärregime sei seit der Niederschlagung einer von buddhistischen Mönchen angeführten oppositionellen Protestbewegung im Jahr 2007 unter starken internationalen Druck geraten. Bei den jüngsten Wahlen – den ersten seit 1990 – habe es an erfahrenen Politikern gemangelt. Mehr als 2.200 Aktivisten, die sich für Demokratie einsetzen, seien inhaftiert und andere ins Ausland geflohen. Das neue Regime werde von den alten Militärs in Zivilkleidung kontrolliert. Die Junta hoffe, dass die internationale Gemeinschaft wegen der Entlassung Aung San Suu Kyis über die schweren Wahlfälschungen hinwegsehe.

Regime geht auch gegen Christen vor

Zu erwarten sei ein militärisches Vorgehen gegen ethnische Minderheiten. Die Junta wolle den Kampf gegen Autonomiebewegungen zum Ende führen. Darauf weise auch die Anschaffung von Kampfhubschraubern durch die Luftwaffe Birmas hin. Die 65-jährige Aung San Suu Kyi, die 15 der vergangenen 21 Jahre in Arrest verbracht hat, will eine friedliche Revolution in Gang setzen. Sie könne die Völker ihres Landes vereinen, so die Analyse. Die meisten Minderheitenvölker, die rund 30 Prozent der 53,4 Millionen Einwohner ausmachen, leben an der Grenze zu Thailand, Indien und China. Sie streben nach Autonomie. Die Chin und Kachin sind überwiegend Christen ebenso wie ein Großteil der Karen und Karenni. Das Regime geht auch massiv gegen die christliche Minderheit vor. Birma wird seit einem Putsch im Jahr 1962 von Militärs beherrscht. 1989 gaben sie dem Land gegen die Proteste der Birmanen den Namen Myanmar. Der WEA zufolge sind rund 70 Prozent der Bevölkerung Buddhisten, 8,7 Prozent Christen und 3,6 Prozent Muslime.