18. November 2017

Wie wird ein Christ geistlich mit Leiden fertig?

Quelle: idea.de

„Joni“ über ihren Umgang mit Querschnittslähmung, Schmerz und Krebs.

„Joni“ über ihren Umgang mit Querschnittslähmung, Schmerz und Krebs.

Agoura Hills (idea) – Wie kann ein Christ geistlich mit Leid umgehen? Die US-amerikanische Autorin und Künstlerin Joni Eareckson Tada (Agoura Hills/Kalifornien) beschäftigt sich mit dieser Frage, seit sie sich vor 43 Jahren bei einem Badeunfall einen Halswirbelbruch zuzog.
 

Seither ist sie querschnittsgelähmt und muss im Rollstuhl sitzen. Aber nicht nur das: Seit zehn Jahren leidet sie unter chronischen Schmerzen, und in diesem Jahr wurde bei ihr Brustkrebs diagnostiziert. Nach der Operation äußerte sich die durch ihre Autobiographie „Joni“ weltweit bekannt Autorin, die am 15. Oktober 61 Jahre alt wird, in einem Interview mit der Zeitschrift Christianity Today (Carol Stream bei Chicago) zu ihrem geistlichen Umgang mit Leid und Schmerz. Sie sei dadurch Gott noch näher gekommen. Dabei beruft sie sich auf einen Vers aus dem 1. Petrusbrief: „Denn dazu seid ihr berufen; hat doch auch Christus für euch gelitten und euch ein Vorbild hinterlassen, damit ihr seinen Fußtapfen folgen sollt“ (1. Petrus 2,21). Dieses Folgen führe Christen meist nicht zu göttlichen Wundern, sondern in die „Gemeinschaft des Leidens“ mit Christus.

Was bedeutet „Noch Größeres tun“?

Eareckson Tada führt ferner eine Stelle aus dem Johannes-Evangelium an. Im 14. Kapitel, Vers 12 spricht Jesus: „Wer an mich glaubt, der wird die Werke, die ich tue, auch tun, und er wird noch größere als diese tun.“ Es sei ein Missverständnis zu denken, Jesus habe damit versprochen, dass seine Nachfolger große Wunder erleben und tun werden. Vielmehr sei sie zu der Überzeugung gelangt, dass Jesus damit die Verbreitung des Evangeliums meine. Er habe drei Jahre auf Erden gewirkt und zum Schluss „eine Handvoll Jünger gehabt, die nur halb an ihn glaubten“. Doch nachdem er in den Himmel aufgefahren und der Heilige Geist hernieder gekommen sei, habe Petrus eine Predigt gehalten, durch die Tausende zum Glauben gekommen seien. „Das ist das Größere, das Gott von uns erwartet“, so Eareckson Tada. Sie habe das selbst im Krankenhaus erfahren: Sie habe dort Röntgenassistenten, Krankenschwestern, Sekretärinnen und Mediziner getroffen, die „nach Jesus hungern und dürsten“. Wenn man sie gefragt habe, warum sie mit Zuversicht auf die Diagnose Krebs reagiere, habe sie vom Glauben an Jesus erzählen können. Diese Erkrankung sei kein unvermeidliches Schicksal gewesen. Eareckson Tada: „Ich hätte schon vor fünf Jahren eine Mammographie machen lassen sollen.“

„Not und Herzeleid“

Leiden zu müssen, bedeute „Not und Herzeleid“. Gott hätte es gewiss auch verhindern können, aber er habe es zugelassen. Deshalb rate sie allen Leidenden, nicht mit ihrem Schicksal zu hadern, sondern die biblischen Anweisungen zu praktizieren: „Geh zu den Ältesten der Gemeinde, lass Dich mit Öl salben, bekenne Deine Sünden.“ Aber danach sollte man nach vorne schauen und entschlossen das Leben weiterleben. Joni hat im September in den USA ein neues Buch herausgebracht: „A Place of Healing: Wrestling with the Mysteries of Suffering, Pain and God’s Sovereignty“ („Ein Ort der Heilung: Ringen mit dem Rätsel von Leiden, Schmerz und Gottes Souveränität“, Verlag David C. Cook, Colorado Springs, Bundesstaat Colorado).