19. November 2017

Westfälischer Kirchenrat für islamischen Religionsunterricht

Quelle: idea.de

Der westfälische Kirchenrat Gerhard Duncker.

Der westfälische Kirchenrat Gerhard Duncker.

Wetzlar (idea) – Für islamischen Religionsunterricht an deutschen Schulen hat sich der westfälische Kirchenrat Gerhard Duncker (Bielefeld) ausgesprochen. Allerdings sollten dafür klare Rahmenbedingungen gelten.
 

Wie der Islambeauftragte der Landeskirche am 5. Oktober im Hörfunk von ERF Medien (früher: Evangeliums-Rundfunk, Wetzlar) sagte, müssten dafür die gleichen Voraussetzungen erfüllt sein, die auch für die großen Kirchen gelten. Duncker, der neun Jahre als Pfarrer in Istanbul tätig war, hält es für selbstverständlich, dass die nach dem Christentum zweitgrößte Religionsgemeinschaft in Deutschland auch das Recht hat, Religionsunterricht an Schulen zu erteilen. Bedingung müsse jedoch sein, dass die Lehrkräfte an öffentlichen Universitäten ausgebildet werden und hinter der freiheitlich-demokratischen Grundordnung stehen. Transparenz und Deutsch als Unterrichtssprache seien unabdingbar. Problematisch sei, dass für den Staat derzeit ein verantwortlicher Ansprechpartner des Islam nicht leicht auszumachen sei. Außerdem fehle es an qualifizierten Lehrkräften in den Hochschulen, die islamische Religionslehrer ausbilden könnten. Ein weiteres Problem: Der Islam kenne keine Trennung zwischen öffentlichem und privatem Bereich, wie es westliche Gesellschaften gewohnt sind. Für den Religionsunterricht sei aber wichtig, dass er die Elemente des Islam darstellen und vermitteln könne, aber gleichzeitig kritische Distanz wahre. Wo das islamische Religionsgesetz (Scharia) den Gesetzen in Deutschland widerspreche, müsse dies im Fach islamische Religion auch klar und deutlich benannt werden, so der Kirchenrat.