18. November 2017

Trotz Pluralismus: Christen sollen Jesus mutig bezeugen

Quelle: idea.de

Der Greifswalder Theologieprofessor und Leiter des Instituts zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung, Michael Herbst.

Der Greifswalder Theologieprofessor und Leiter des Instituts zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung, Michael Herbst.

Kapstadt (idea) – In fast allen Gesellschaften breitet sich der weltanschauliche und religiöse Pluralismus aus. Das sollte Christen aber nicht davon abhalten, Jesus Christus mutig als den Weg, die Wahrheit und das Leben zu bezeugen.
 

Dazu haben Referenten beim 3. Lausanner Kongress für Weltevangelisation am 18. Oktober in Kapstadt (Südafrika) aufgerufen. Wie der Greifswalder Theologieprofessor und Leiter des Instituts zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung, Michael Herbst, sagte, gebe es in der Postmoderne nur eine Wahrheit: „Und die lautet: Es gibt keine allgemeine Wahrheit.“ Christen sollten aber trotzdem ihren Glauben nicht für sich behalten, so Herbst. Wer Jesus nachfolge, dürfe nicht schweigen. Er dürfe diese Wahrheit aber auch den Menschen nicht einfach „um die Ohren hauen“. Vielfach beginne Evangelisation damit, für andere da zu sein und zuzuhören. Nicht selten ergäben sich daraus auch Gespräche über den christlichen Glauben.

Krieg gegen Religion und gegen das Christentum

Der Präsident und Dogmatik-Professor der China Graduate School of Theology, Carver Yu (Hongkong), sagte, unter dem Einfluss der Globalisierung habe sich der Pluralismus zu einer Ideologie entwickelt. Wahrheit sei heute relativ, und jeder könne sich seine eigene zusammenstellen. Das fordere das Christentum in besonderer Weise heraus. Er beobachte seit einigen Jahren „einen Krieg gegen Religion im Allgemeinen und gegen das Christentum im Speziellen“. Als Beispiel nannte Carver Kampagnen von Atheisten in europäischen Ländern. Sie hatten Busse mit dem Slogan beschriftet: „Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott. Also mach dir keine Sorgen und genieße dein Leben!“ Solche Aktionen könnten in Zukunft zunehmen, meinte Carver. Das sollte Christen jedoch nicht davon abhalten, „furchtlos Christus zu predigen“. Dieser allein könne Menschen herausführen aus dem Zustand völliger Ich-Zentriertheit, sagte Carver, der auch dem Theologischen Ausschuss der Weltweiten Evangelischen Allianz angehört. An der 3. Lausanner Konferenz für Weltevangelisation nehmen mehr als 4.000 Christen aus 197 Ländern teil. Es setzt die Reihe der ersten beiden Kongresse von 1974 in Lausanne (Schweiz) und 1989 in Manila (Philippinen) fort. Die Lausanner Bewegung für Weltevangelisation versteht sich als Netzwerk missionarisch gesinnter Christen und als Katalysator für die Weltmission.