21. November 2017

Plakate werben für Kirchenaustritt

Quelle: idea.de

Sondergemeinschaft Universelles Leben: „Jetzt reicht’s“. Foto: PR

Sondergemeinschaft Universelles Leben: „Jetzt reicht’s“. Foto: PR

Würzburg (idea) – Eine Plakataktion mit dem Titel „Jetzt reicht’s! Kirchenaustritt jetzt“ hat die Initiative „Ein Mahnmal für die Opfer der Kirche“ (Würzburg) gestartet.
 

Die Initiatoren spielen auf die Missbrauchsfälle in den Kirchen an und beklagen einen verschwenderischen Umgang mit den Einnahmen aus der Kirchensteuer. Nach Angaben des Koordinators der Aktion, Dieter Potzel (Marktheidenfeld), wurden überall im Bundesgebiet Plakate geklebt, wo sich Förderer fanden. Insgesamt seien es „einige hundert“. Zum Trägerkreis der Aktion gehören neben dem ehemaligen evangelischen Pfarrer Potzel auch andere Anhänger der religiösen Sondergemeinschaft „Universelles Leben“. Sie nennen sich „Urchristen“ und folgen den Offenbarungen ihrer „Lehrprophetin“ Gabriele Wittek (77). Im Frühjahr hatte die Gruppe bereits eine ähnliche Aktion durchgeführt. Die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) in Berlin erklärte damals, dass es sich „um einen Missbrauch der zweifelsohne skandalösen Missbrauchsfälle zur pauschalen Stimmungsmache gegen die christlichen Kirchen“ handele. Stil und Inhalt offenbarten „in drastischer Weise den Kirchenhass der Sekte“. Im Umfeld der Gemeinschaft gebe es ein von außen schwer durchschaubares Geflecht von Initiativen und Aktivitäten, etwa in den Bereichen Naturkost, Tierschutz und antikirchliche Propaganda. Zur Resonanz auf die aktuelle Aktion sagte Potzel, dass pro Plakat etwa drei bis fünf Personen telefonisch eine Broschüre mit Informationen zum Kirchenaustritt bestellten. Nach Schätzungen hat „Universelles Leben“ zwischen 2.000 und 5.000 Anhänger.