22. November 2017

Kirchenkritische Stimmen in Parteien nehmen zu

Quelle: idea.de

Der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), Markus Dröge: Kirchen dürfen sich nicht verdrängen lassen.

Der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), Markus Dröge: Kirchen dürfen sich nicht verdrängen lassen.

Berlin (idea) – In den Parteien SPD, FDP, Bündnis 90/Die Grünen und „Die Linke“ mehren sich kirchenkritische Stimmen. Sie treten für eine Abschaffung sogenannter Privilegien der Kirchen ein.
 

Diesen Eindruck gab der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), Markus Dröge (Berlin), vor deren Synode wieder, die vom 27. bis 30. Oktober in Berlin tagt. Er wandte sich gegen eine strikte Trennung von Kirche und Staat. Auch in einer pluralen Gesellschaft gebe es keinen Grund, das derzeitige Religionsrecht zu verändern. Die Forderung, alle Religionen gleich zu behandeln, sei nicht sachgemäß. Dröge: „Ein neutraler Staat hat zwar Gleiches gleich zu behandeln, aber Ungleiches auch ungleich.“ Neben Rechten hätten die Kirchen auch viele Pflichten, etwa in der Diakonie, Bildungsarbeit sowie der Seelsorge in Krankenhäusern, Gefängnissen und beim Militär. Aus diesen Bereichen dürften die Kirchen nicht hinausgedrängt werden. Zugleich stehe es auch muslimischen Vereinigungen zu, in diese Rechte und Pflichten hineinzuwachsen. Es sei eine Selbstverständlichkeit, dass die vier Millionen Bürger mit islamischer Glaubenstradition zur deutschen Gesellschaft gehören. Jedoch dürfe man Probleme bei der Integration nicht verharmlosen. Dröge: „Wenn Kinder Angst haben müssen, in die Schule zu gehen, weil sie als Christen oder als einheimische Deutsche beschimpft oder bedroht werden, dann kann dies nicht geduldet werden.“ Ebenso wenig sei es hinzunehmen, wenn Kindern anderer kultureller oder religiöser Herkunft verleumdet würden. Zugleich müsse man gegenüber Muslimen betonen, dass man in Deutschland keinen Gottesstaat errichten und das islamische Recht, die Scharia, einführen könne. Deutschland schaffe sich nicht ab, sondern habe die Kraft, die Herausforderungen der Integration zu bewältigen, so Dröge.