21. November 2017

Indonesien: Religionsausübung von Christen erschwert

Quelle: idea.de

EKD-Auslandsbischofder Martin Schindehütte: Mehr Aufmerksamkeit für die Situation der Minderheit.

EKD-Auslandsbischofder Martin Schindehütte: Mehr Aufmerksamkeit für die Situation der Minderheit.

Hannover (idea) – Mehr Aufmerksamkeit für die bedrängende Situation der christlichen Minderheit in Indonesien wünscht sich der Auslandsbischof der EKD, Martin Schindehütte (Hannover).
 

„Indonesien braucht eine Koalition für Toleranz, in der Christen, Muslime und Angehörige anderer Glaubensgemeinschaften zum Wohl der Zivilgesellschaft zusammenarbeiten“, erklärte er nach einer Begegnung mit einer Delegation der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Indonesien (PGI) am 25. Oktober in Hannover. An dem mehrstündigen Gespräch nahmen von Seiten der PGI der Vorsitzende Andreas Yewangoe, Generalsekretär Gomar Gultom und Schatzmeister Kumala Setiabrata (alle Jakarta) teil. Der PGI gehören acht evangelische Kirchen sowie vier Institute und Theologische Fakultäten an. Von den 240 Millionen Einwohnern Indonesiens sind 80 Prozent Muslime, 16 Prozent Christen, zwei Prozent Hindus sowie jeweils ein Prozent Buddhisten und Angehörige von Stammesreligionen.

Vorurteile und Ablehnung von Christen

In dem südostasiatischen Land werde die Religionsausübung von Christen durch Vorurteile und Ablehnung der lokalen Bevölkerung erschwert, so Schindehütte. Eine Umfrage der Universität Jakarta habe ergeben, dass 80 Prozent der Muslime Vorbehalte gegen Christen hätten – ein Anstieg um 30 Prozent innerhalb der letzten zwei Jahre. Umso wichtiger sei es, dass die gemäßigten Religionsvertreter konstruktiv zusammenarbeiten, so der EKD-Auslandsbischof. Schindehütte: „Wir nehmen die Sorgen der christlichen Kirchen in Indonesien sehr ernst und unterstützen sie darin, auch international eine größere Aufmerksamkeit auf diese Entwicklungen zu richten.“

Gottesdienste unter Polizeischutz

Die Vertreter der PGI hätten berichtet, dass in einzelnen Fällen Gottesdienste durch ein starkes Polizeiaufgebot vor radikalen Demonstranten geschützt werden müssten. Angesichts gewalttätiger Übergriffe gegen Christen wünschten sie sich eine deutliche Stellungnahme von Staatspräsident Susilo Bambang Yudhoyono. Nach Schindehüttes Worten wäre vor allem ein klares Bekenntnis der Staatsführung zum gleichberechtigten Miteinander der anerkannten Religionsgemeinschaften wichtig.