21. November 2017

„Bekennende Gemeinde“ kritisiert Micha-Initiative

Quelle: idea.de

Einwand gegenüber der Micha-Initiative: Bedenklicher Schulterschluss mit Vereinten Nationen.

Einwand gegenüber der Micha-Initiative: Bedenklicher Schulterschluss mit Vereinten Nationen.

Bielefeld/Essen (idea) – Kritik an der evangelikalen Micha-Initiative hat die „Arbeitsgemeinschaft: Bekennende Gemeinde“ geübt. Die Micha-Initiative will Regierungen an ihre Verpflichtung erinnern, die Millenniums-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen zu erreichen.
 

Im Jahr 2000 hatten 189 Staaten unter anderem versprochen, bis 2015 die extreme Armut zu halbieren. Auf einer Tagung der Arbeitsgemeinschaft am 23. Oktober in Bielefeld sagte deren Prediger Hermann Geller (Bielefeld), ein „Schulterschluss“ von Evangelikalen und den Vereinten Nationen führe schnell in ein „Fahrwasser, in dem die Gemeinde Jesu nur Schaden nehmen kann“. Die Bibel fordere Christen nicht zum politischen Engagement für die Notleidenden auf. Zudem gebe es gute Gründe für eine kritische Distanz zu internationalen politischen Organisationen wie den Vereinten Nationen oder der Europäischen Union. Deren Führung sei nicht demokratisch legitimiert, sondern von nationalen Regierungen berufen. An der Tagung unter dem Thema „Gemeinde Jesu in der Endzeit“ nahmen rund 200 Personen teil.

Micha-Initiative: Bibel fordert Solidarität mit Armen

Auf die Kritik an der Micha-Initiative erwiderte deren Vorsitzender Rolf Zwick (Essen) gegenüber idea, die Resolution der Vereinten Nationen zu den Millenniums-Entwicklungszielen spiegele biblische Maßstäbe zum Thema Gerechtigkeit wider. Im Alten und Neuen Testament fänden sich zahlreiche Texte, die zur Bekämpfung der Armut und zur Solidarität mit den Armen aufriefen. „Viele Christen weltweit sehen darin den Auftrag, sich politisch zu engagieren“, so Zwick. Ein Schwerpunkt der Micha-Initiative sei neben der politischen Fürsprache das Gebet für eine gerechtere Welt und eine Verringerung der weltweiten Armut. Die Initiative wurde von der Weltweiten Evangelischen Allianz ins Leben gerufen und ist in 40 Ländern vertreten.

Christus im Mittelpunkt der Verkündigung

Eine Bibelarbeit auf dem Treffen der „Arbeitsgemeinschaft: Bekennende Gemeinde“ hielt Propst Alexander Scheiermann (Saratow) von der Evangelisch-Lutherischen Kirche Europäisches Russland. Um Menschen zu einer Umkehr zu führen, müsse man Christus in den Mittelpunkt der Verkündigung stellen und aus der Begegnung mit ihm leben. Die Arbeitsgemeinschaft wurde 1978 gegründet und hat heute 57 Mitglieder, vorwiegend in der Evangelischen Kirche von Westfalen. Die Organisation versteht sich als eine Sammlungsbewegung für Christen in der Tradition der Minden-Ravensberger Erweckung. Vorsitzender ist Pfarrer Andreas Henke (Appenburg bei Salzwedel).