22. November 2017

Evangelikale für faire Volksabstimmung im Südsudan

Quelle: idea.de

WEA-Generalsekretär Geoff Tunnicliffe: Für freie, gerechte und sichere Wahlen beten.

WEA-Generalsekretär Geoff Tunnicliffe: Für freie, gerechte und sichere Wahlen beten.

Juba (idea) – Unterstützung für die ordnungsgemäße Durchführung der Volksabstimmung über die Unabhängigkeit des Südsudans hat die Weltweite Evangelische Allianz (WEA) zugesichert.
 

Am 9. Januar sind die Wahlberechtigten des 5,6 Millionen Einwohner zählenden, gemischt religiösen Gebiets aufgerufen, zu entscheiden, ob sie unabhängig werden oder weiter unter der radikal-islamischen Zentralregierung in Khartum leben wollen. Das Referendum ist Teil eines Friedensabkommens, mit dem im Jahr 2005 ein 22-jähriger Bürgerkrieg beendet wurde. Er hatte über zwei Millionen Menschen das Leben gekostet. Von den rund 36 Millionen Einwohnern des Sudans sind 65 Prozent Muslime. Die 24 Prozent Christen und 11 Prozent Anhänger von Naturreligionen leben meist im Süden. Beobachter befürchten, dass die Volksabstimmung nicht rechtzeitig und ordnungsgemäß ablaufen kann, dass es zu Gewaltausbrüchen kommen könnte und die rund vier Millionen Südsudanesen, die im muslimischen Norden leben, vertrieben werden. WEA-Generalsekretär Geoff Tunnicliffe (New York) nahm Anfang Oktober im südsudanesischen Juba an einem Forum mit Vertretern aus Kirche und Staat teil. Auf Bitten des südsudanesischen Präsidenten Salva Kiir Mayardit und des Sudanesischen Kirchenrats sagte Tunnicliffe Solidarität zu. Die WEA rufe die Weltgemeinschaft der Evangelikalen zum Gebet für freie, gerechte und sichere Wahlen auf.

Zeit für Frieden und Freiheit

Die nationalen Allianzen sollten ihre Regierungen auffordern, sich für dieses Anliegen zu engagieren und dazu beizutragen, dass die Zentralregierung die Menschenrechte achte. Ferner müssten internationale Wahlbeobachter entsandt werden. Alle Regierungen sollten den Willen der südsudanesischen Bevölkerung anerkennen. Außerdem solle ein Hilfsfonds zur Entwicklung der Region ins Leben gerufen werden. Wie Tunnicliffe sagte, hätten die Sudanesen jahrelang gelitten. Jetzt sei es Zeit für eine Zukunft, die Frieden, Würde, Religionsfreiheit und Freiheit von extremer Armut bringe. Ähnlich äußerte sich der Generalsekretär der Afrikanischen Evangelischen Allianz, Aiah Forday-Khabenje (Nairobi/Kenia). Die internationale Staatengemeinschaft müsse sicherstellten, dass die Volksabstimmung nicht neues Leiden hervorrufe. Die WEA repräsentiert 420 Millionen Evangelikale. Der Sudan wird von einem brutalen Regime regiert. Gegen Staatspräsident Omar al Baschir hat der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag einen Haftbefehl wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit in der Bürgerkriegsregion Darfur ausgestellt.