19. November 2017

Evangelikale Bewegung bedarf der Reformation

Quelle: idea.de

Der britische Theologe Christ Wright.

Der britische Theologe Christ Wright.

Kapstadt (idea) – Für eine geistliche Erneuerung der evangelikalen Bewegung hat der britische Theologe Christ Wright (London), beim 3. Lausanner Kongress für Weltevangelisation am 23. Oktober im südafrikanischen Kapstadt geworben.
 

Teile der Bewegung befänden sich in einem Zustand wie die katholische Kirche unmittelbar vor der Reformation durch Martin Luther (1483-1546) vor fast 500 Jahren. Viele evangelikale Führungskräfte und „Super-Apostel“ stünden in der Gefahr, Macht, Erfolg und Reichtum zu vergöttern und die eigentliche Botschaft Jesu aus den Augen zu verlieren. Missionswerke schönten teilweise ihre Statistiken, um noch mehr Spenden zu bekommen und an Einfluss zu gewinnen. „Doch das Reich Gottes lässt sich nicht auf Unehrlichkeit aufbauen“, sagte Wright. So wie Jesus seinen Jüngern gesagt habe, niemand lebt davon, dass er viele Güter hat (Lk 12,15), müsse man vielen Evangelikalen heute sagen: Auch Missionswerke leben nicht von ihren Besitztümern. Im Gegenteil: Das schade der Integrität der Christenheit und schwäche das Vertrauen in die Kirche. Auf diese Weise stünden Christen missionarischen Erfolgen selbst im Wege.

Wohlstandsevangelium in Afrika besonders verbreitet

Der Generalsekretär der Internationalen Gemeinschaft evangelikaler Studenten (IFES), Femi Adeleye (Akropong/Ghana), kritisierte ein verbreitetes Wohlstandsevangelium. Es sei auf materiellen Besitz, Erfolg und Gesundheit fokussiert und komme besonders in Afrika gut an. Mit der Botschaft von Tod und Auferstehung Jesu habe das jedoch nichts zu tun. Adeleye rief die mehr als 4.000 Teilnehmer des Kongresses auf, dem die biblische Botschaft von der Liebe Jesu zu allen Menschen entgegenzusetzen und regelmäßig selbstkritisch zu fragen, an welchen Stellen sie selbst einem Wohlstandsevangelium verfallen. Die „Lausanner Bewegung für Weltevangelisation“ versteht sich als Netzwerk missionarisch gesinnter Christen und als Katalysator für die Weltmission.