18. November 2017

Biblischer Hinweis im Computervirus Stuxnet?

Quelle: idea.de

Spekulation: Israel will iranisches Atomprogramm ausbremsen.

Spekulation: Israel will iranisches Atomprogramm ausbremsen.

New York (idea) – Ein Computervirus, der Industrieanlagen zur Urananreicherung befallen kann, enthält möglicherweise einen versteckten Hinweis auf das alttestamentliche Buch Esther.
 

Das gibt zu Spekulationen Anlass, dass Israel den Virus im Cyberkampf gegen das iranische Atomprogramm einsetzen könne. Wie die Tageszeitung New York Times am 29. September berichtete, hätten Computerexperten im Code des Virus „Stuxnet“ das Wort „Myrtus“ (Myrte) gefunden. Der hebräische Name der Pflanze, „Hadas“, ähnele dem Wort „Hadassah“ für Esther. Das gleichnamige Buch im Alten Testament schildert, wie die Jüdin Esther zur persischen Königin aufsteigt und in dieser Position einen heimtückischen Anschlag zur Ausrottung der Juden vereitelt. Ähnlich könnte es sich mit dem Computerwurm verhalten, wenn er etwa die Steuerung iranischer Urananreicherungsanlagen lähme und damit das Atomprogramm störe. Nuklearwaffen in der Hand des Regimes in Teheran sieht Israel als gefährlichste Bedrohung an. Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat mit der Auslöschung des jüdischen Staates gedroht.

Cyberangriff auf iranisches Atomprogramm?

Stuxnet kursiert weltweit seit Anfang 2009 und hat Industriecomputer und private Rechner etwa in China, Indien, Indonesien und Pakistan befallen. Unter anderem nistet er sich der New York Times zufolge auf Siemens-Rechnern ein, die auch zur Steuerung von Atomanlagen genutzt werden können. Siemens beteuert, niemals solche Computer an iranische Atomeinrichtungen geliefert zu haben. Trotzdem wäre nach Ansicht von Experten eine Einfuhr auf Umwegen über andere Länder denkbar. Die Herkunft von Stuxnet bleibt mysteriös; klar ist Fachleuten zufolge nur, dass es sich um ein Produkt hochqualifizierter Spezialisten handelt. Laut der New York Times gibt es Hinweise auf einen Cyberangriff, der den Fortschritt des iranischen Atomprogramms verlangsamt habe. So seien im Mai 4.920 Zentrifugen zur Urananreicherung in Betrieb gewesen, im August aber nur noch 3.772. Ferner habe Israel die Einschätzung, wie lange es dauere, bis der Iran eine Atomwaffe habe, auf das Jahr 2014 verlängert.