18. November 2017

Allianzvorsitzender: Für eine Ökumene mit Jesus im Zentrum

Quelle: idea.de

Bonn (idea) – Für eine Ökumene, in der Jesus Christus in der Mitte steht, hat sich der Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, Jürgen Werth (Wetzlar), ausgesprochen.
 

„Wenn das der Kern ökumenischer Bemühungen ist, sind wir sofort dabei“, sagte der Vorstandsvorsitzende von ERF-Medien (früher Evangeliums-Rundfunk), in einem Interview mit Ökumenischen Informationsdienst der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Bonn. Werth bezeichnete die Evangelische Allianz als die älteste ökumenische Bewegung. Im Blick auf das Verhältnis zur römisch-katholischen Kirche erklärte er, dass sich Evangelikale nach wie vor schwer täten mit dem katholischen Verständnis von Kirche: „Aber die fortschreitende Säkularisierung zwingt uns näher zueinander.“ Der Allianzvorsitzende äußerte sich auch zu Klagen aus der katholischen Kirche, dass Evangelikale in Lateinamerika und Afrika Katholiken abwerben. „Evangelikale achten und respektieren die Glaubensüberzeugungen anderer“, so Werth. Gleichwohl dürften Christen bei ihren missionarischen Bemühungen „in so etwas wie einen fairen Wettbewerb eintreten“. Letztlich dürfe es nie in erster Linie darum gehen, die Mitgliederzahlen einer Kirche zu vergrößern, „sondern Menschen in Verbindung mit dem lebendigen Gott zu bringen“.

„Der Jude Jesus ist der Messias“

Zum Verhältnis zu den Juden sagte Werth, Christen müssten hier besonders dezent, sensibel und lernbereit sein: „Schließlich ist der christliche Glaube ohne das Judentum nicht zu denken.“ Aber man dürfe auch sagen, „dass der Jude Jesus von Nazareth der Messias ist“. Auch innerhalb des Judentums gebe es inzwischen mehrere Bewegungen, die jeweils für ihren Messias werben. Im Blick auf die evangelische Kirche sagte Werth, die meisten Evangelikalen seien nach wie vor in einer Landeskirche zuhause. Beide Seiten sprächen heute intensiver miteinander als früher. Neben theologischen Gemeinsamkeiten gebe es auch manches, „was uns trennt“, so Werth mit Hinweis auf die Sühnetod-Theologie. In den vergangenen Monaten hatten evangelische Theologen wiederholt den Sühnetod Jesu infrage gestellt. Werth: „Wir glauben tatsächlich, dass Jesus am Kreuz für unsere Sünden gestorben ist.“