21. September 2017

Und doch hat Gott die Welt erschaffen

Quelle: idea.de

Der Oxforder Mathematikprofessor und Dozent für Wissenschaftsphilosophie John Lennox.

Der Oxforder Mathematikprofessor und Dozent für Wissenschaftsphilosophie John Lennox.

Oxford (idea) – Ein christlicher Mathematiker widerspricht der These des britischen Astrophysikers Stephen Hawking, dass sich das Universum selbst aus dem Nichts erschaffen habe und Gott dafür nicht nötig gewesen sei.
 

Hawking erliege einer Reihe elementarer Missverständnisse, schreibt der Oxforder Mathematikprofessor und Dozent für Wissenschaftsphilosophie John Lennox in der Zeitung Daily Mail. Nach seiner Überzeugung kann man die Welt nicht ohne Gott erklären. Hingegen argumentiert Hawking, das Universum könne sich selbst erschaffen, weil es Naturgesetze wie etwa die Schwerkraft gebe. Der Urknall sei eine unausweichliche Konsequenz der physikalischen Gesetze. Dafür sei die „Hand Gottes“ nicht nötig, schreibt Hawking in seinem Buch „Der große Entwurf – Eine neue Erklärung des Universums“, das am 7. September in Deutschland auf den Markt kommt. Doch laut Lennox ist schon Hawkings Vorstellung von Gott fehlerhaft. Er sehe ihn als Lückenbüßer, der dann herhalten müsse, wenn man keine naturwissenschaftliche Erklärung finde. Doch für Christen sei Gott „der Autor der ganzen Show – von den Teilen, die wir nicht verstehen wie von denen, die wir verstehen.“ So wie man eine Ingenieursleistung umso mehr bewundere, je besser man sie verstehe, so wachse auch die Ehrfurcht vor dem Schöpfer, je mehr man die Schöpfung verstehe.

Nicht zwischen Gott und den Naturgesetzen entscheiden

Hawking mache einen weiteren Fehler, indem er fordere, dass man sich zwischen dem Schöpfergott und den Gesetzen der Physik entscheiden müsse. Das sei aber eine falsche Alternative. Man müsste sich dann auch beispielsweise zwischen dem englischen Erfinder des Strahltriebwerks John Whittle (1907-1996) und den physikalischen Gesetzen entscheiden, um den Düsenantrieb zu verstehen. Die Gesetze der Physik könnten zwar erklären, wie ein Triebwerk funktioniere, aber es sei absurd zu glauben, dass ein Triebwerk von physikalischen Gesetzen erschaffen werden könnte.

Naturwissenschaft und Religion widersprechen sich nicht

Hawkings Argument, dass die Existenz der Schwerkraft auf die Erschaffung des Universums aus sich heraus deute, erscheine noch unlogischer. „Woher kam die Schwerkraft, und was war die schöpferische Kraft ihrer Geburt?“ fragt Lennox. Das Denken des Astrophysikers gründe auf der Annahme, dass sich Naturwissenschaft und Religion widersprechen. Doch für ihn als Christen, so Lennox, gebe es da keinen Widerspruch. Vielmehr stärke „die Schönheit der Naturgesetze“ den Glauben an einen intelligenten, göttlichen Schöpfer. Insofern ergebe der christliche Glaube auch naturwissenschaftlich einen Sinn.

Atheismus ist ein „hoffnungsloser“ Glaube

Laut Lennox reichen Hinweise auf die Existenz Gottes über die Naturwissenschaften hinaus. Gott habe sich selbst den Menschen in Jesus Christus vor zwei Jahrtausenden offenbart. Dies sei nicht nur in den biblischen Schriften gut belegt, sondern auch durch eine Fülle archäologischer Funde. Der Mathematiker: „Mein Glaube an Gott beruht nicht nur auf Erkenntnissen der Naturwissenschaft sondern auch auf dem historischen Zeugnis, dass Jesus Christus von den Toten auferstanden ist.“ Die Botschaft des Atheismus, dass der Mensch nur nach Selbstbelohnung und Überleben strebe, habe schon immer einen depressiven Eindruck hinterlassen. Lennox: „Atheismus ist ein hoffnungs-loser Glaube. Hingegen gibt die christliche Botschaft, fest gegründet in der Auferstehung Jesu Christi von den Toten, Hoffnung für die Zukunft.“