21. September 2017

Sachsens Ministerpräsident Tillich fordert mehr Einwanderung

Quelle: jungefreiheit.de

Stanislaw Tillich (CDU): Der sächsische Ministerpräsident fordert mehr Einwanderung Foto: sachsen.de

Stanislaw Tillich (CDU): Der sächsische Ministerpräsident fordert mehr Einwanderung Foto: sachsen.de

BERLIN. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) hat sich für mehr Zuwanderung ausgesprochen. Deutschland müsse Einwanderung weiter zulassen und sogar forcieren, wenn es seine Leistungsfähigkeit erhalten wolle. Gerade Sachsen haben zum Beispiel mit dem demographischen Wandel zu kämpfen, sagte Tillich der Berliner Zeitung.
 

Gleichzeitig verteidigte der Ministerpräsident das Verhalten von Bundeskanzlerin Angela Merkel im Fall Thilo Sarrazins. „Die Kanzlerin hat die Bundesbank nicht gedrängt, aber sie mußte sich äußern: Denn Sarrazin hat eine rote Linie überschritten“, kritisierte Tillich. Auch er halte nichts davon, „unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen gegeneinander auszuspielen.“

Sarrazin habe nicht den Finger in irgendeine Wunde gelegt, wie er behauptete. Er habe es schlichtweg nicht geschafft, zwischen Wahrheit und Übertreibung zu unterscheiden.

„Sachliche Auseinandersetzung wird Sarrazin entzaubern“

Es sei schließlich so, daß bei Schulolympiaden immer auch Kinder mit Migrationshintergrund gewännen. Und auch die freiwillige Feuerwehr sei heilfroh, daß immer mehr ausländische Jugendliche mitarbeiteten, sagte der CDU-Politiker.

Dennoch fehle bislang eine sachliche Auseinandersetzung über gewisse Probleme beim Thema Integration. Die müsse man führen, forderte Tillich, dann werde auch ein Thilo Sarrazin schnell entzaubert.

Unterdessen sprach sich der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, für eine offensivere Einwanderungspolitik aus. Deutschland benötige „dringend Arbeitskräfte und Zuwanderer aus dem Ausland“, sagte er dem Hamburger Abendblatt. Um die Wirtschaftskraft Deutschlands dauerhaft zu sichern, seien „mindestens netto 500.000 mehr Menschen pro Jahr“ notwendig, warnte der DIW-Chef. (krk)