13. Dezember 2017

Obama: Ich bin Christ per Entscheidung

Quelle: idea.de

Barack Obama äußert sich zu seinem Glauben.

Barack Obama äußert sich zu seinem Glauben.

Albuquerque/Washington (idea) – Nach Spekulationen über seine Religionszugehörigkeit hat sich US-Präsident Barack Obama öffentlich zum christlichen Glauben bekannt.
 

Er sei durch eigene Entscheidung Christ geworden, sagte er am 28. September beim Besuch einer Familie in Albuquerque (Bundesstaat Neu Mexiko). Ende August hatten sich in den USA Vermutungen verstärkt, dass Obama nicht Protestant, sondern Muslim sei. Bei einer Umfrage des Pew-Forschungsinstituts (Washington) äußerten 18 Prozent diese Meinung, elf Prozent mehr als im März 2009. 34 Prozent hielten ihn für einen Christen, 43 Prozent weniger als vor eineinhalb Jahren. Der 49-jährige Sohn eines muslimischen Kenianers und einer US-amerikanischen Mutter ist vom 6. bis 10. Lebensjahr im überwiegend muslimischen Indonesien aufgewachsen. Seine Eltern seien nicht jede Woche in die Kirche gegangen, sagte Obama jetzt, aber seine Mutter sei „eine der geistlichsten Frauen“ gewesen, die er gekannt habe. Später im Leben habe er sich von den Lehren Jesu Christi angesprochen gefühlt. Dazu gehöre, dass er „meines Bruders und meiner Schwester Hüter“ sein wolle. Dass Jesus Christus für seine – Obamas – Sünden gestorben sei, sei eine Erkenntnis, die für alle Menschen gelte: „Wir sind sündig und mit Fehlern behaftet; das Heil erreichen wir durch Gottes Gnade.“

Abtreibung: „Sicher, legal, rar“

Er betrachte seinen politischen Dienst auch als Ausdruck seines Glaubens, sagte der Präsident. Gleichzeitig hob er hervor, dass Religionsfreiheit zu den Grundlagen der Vereinigten Staaten gehöre. Sie stehe Menschen jeglichen Glaubens ebenso zu wie den Bürgern, die nicht gläubig seien. Obama wurde auch zu seiner Haltung zur Abtreibung befragt. Er tritt für das Recht der Frau auf Schwangerschaftsabbruch ein; dieser solle „sicher, legal und rar“ sein, sagte er.

Glaubensheimat in der Vereinten Kirche Christi

Obama schloss sich als junger Erwachsener der evangelischen Dreifaltigkeits-Gemeinde in Chicago an, die zur Vereinten Kirche Christi (UCC) gehört. Sein geistlicher Mentor war der damalige Hauptpastor Jeremiah Wright, der ihn und seine Frau Michelle 1992 traute und ihre beiden Töchter Malia Ann und Natasha taufte. Im Präsidentschaftswahlkampf Anfang 2008 trennte sich Obama von der Gemeinde, nachdem ihn Wright mit Äußerungen wie „Gott verdamme Amerika!“ in Verlegenheit gebracht hatte. Die 1,1 Millionen Mitglieder zählende UCC steht in Kirchengemeinschaft mit der deutschen Union Evangelischer Kirchen (UEK), der 13 Landeskirchen angehören. In Washington hat sich Obama mit seiner Familie bisher keiner Kirchengemeinde angeschlossen. Gottesdienste besucht er vor allem auf dem Landsitz Camp David. Zuletzt nahm die Familie Mitte September an einem Gottesdienst in der anglikanischen Johanneskirche unweit des Weißen Hauses teil.