11. Dezember 2017

Kenia ist „christlicher“ als Deutschland

Quelle: idea.de

Der anglikanische Bischof Charles Gaita. Foto: PR

Der anglikanische Bischof Charles Gaita. Foto: PR

Nairobi (idea) – Im ostafrikanischen Kenia ist der Bevölkerungsanteil der Kirchenmitglieder auf 82,6 Prozent gestiegen und übertrifft damit viele Länder des „christlichen Abendlands“.
 

Zum Vergleich: In Deutschland sind es nach Angaben der EKD 62,8 Prozent. Wie aus den Ende August veröffentlichten Ergebnissen der jüngsten Volkszählung Kenias aus dem Jahr 2009 hervorgeht, sind von den 38,6 Millionen Einwohnern 31,8 Millionen Kirchenmitglieder. Ihr Bevölkerungsanteil ist seit der letzten Zählung vor 20 Jahren um 4,6 Prozent gewachsen. 18 Millionen sind Protestanten, neun Millionen Katholiken, und 4,5 Millionen gehören anderen Kirchen an. Außerdem gibt es in Kenia 4,3 Millionen Muslime (11,1 Prozent). Der Rest der Bevölkerung besteht aus Anhängern anderer Religionen.

Namenschristentum tötet Kirchen

Die Kirchen in Kenia sehen die Zahlen mit gemischten Gefühlen, wie die ökumenische Nachrichtenagentur ENI berichtet. Das Wachstum könne auf das anhaltende evangelistische Engagement zurückgehen, sagte der anglikanische Bischof Charles Gaita (Nyahururu), aber man dürfe nicht übersehen, dass es viele „Namenschristen“ gebe. Sie besuchten kaum Gottesdienste, und ihr Lebensstil entspreche nicht dem christlichen Glauben. Ähnlich besorgt äußerte sich der Generalsekretär der Evangelischen Allianz, Wellington Mutiso (Nairobi): Das Namenschristentum lasse Kirchen absterben.