21. September 2017

Iran: Inhaftierten Christen droht Todesstrafe

Quelle: idea.de

Familien sollen Häftlinge zum Abschwören vom Christentum bewegen.

Familien sollen Häftlinge zum Abschwören vom Christentum bewegen.

Maschhad (idea) – Im Iran übt die Justiz Druck auf Familienangehörige inhaftierter Christen aus: Sie sollen die Beschuldigten dazu bringen, ihrem Glauben abzusagen. Sonst müssten sie mit einer Anklage wegen „Abfalls vom Islam“ rechnen.
 

Darauf steht in der Islamischen Republik die Todesstrafe durch Erhängen. Bei den Inhaftierten handelt es sich um den 48-jährigen Stephan Reza, seine Frau Maria und den 23-jährigen Ehsan Behrooz. Sie waren am 18. Juli auf dem Weg zu einem Treffen mit Christen in Bojnoord im Nordosten des Landes. In Maschdad wurden die 15 Insassen ihres Kleinbusses festgenommen und die meisten später wieder freigelassen, weil sie dem Christentum abgeschworen hatten. Die drei Beschuldigten weigern sich bis heute, entsprechende Erklärungen zu unterschreiben. Wie der Informationsdienst Farsi Christian News Network (FCNN) jetzt berichtet, wurden die Familienangehörigen zum Gericht zitiert. Dort habe man ihnen eröffnet, dass es bisher nicht gelungen sei, die Inhaftierten zum Abschwören vom christlichen Glauben zu bewegen. Dies geschieht FCNN zufolge durch Einzelhaft und Folter. Die Angehörigen sollten bei Gefängnisbesuchen die Inhaftierten überreden, sich wieder dem Islam anzuschließen. Wenn sie sich nicht kooperativ zeigten, drohe ihnen eine Verurteilung wegen „Abfalls“ (Apostasie). Im Iran stehen insbesondere Christen unter Druck, die vom Islam konvertiert sind. Ihre Gesamtzahl wird auf 250.000 geschätzt. Ferner gibt es bis zu 150.000 meist orthodoxe armenische und assyrische Christen. Von den 74 Millionen Einwohnern des Landes sind 99 Prozent Muslime.