22. September 2017

Heftige Kritik an Kinderkrippen

Quelle: idea.de

Eva Herman: Kinder werden häufig vernachlässigt. Foto: PR

Eva Herman: Kinder werden häufig vernachlässigt. Foto: PR

Berlin (idea) – Scharfe Kritik an der Glorifizierung von Kinderkrippen durch Politik und Medien hat die Publizistin Eva Herman (Hamburg) geübt. Diese Einrichtungen würden als Allheilmittel zur Förderung von Kleinkindern gepriesen.
 

Sie dienten aber in erster Linie dazu, den Nachwuchs abzuschieben, damit Mütter erwerbstätig sein könnten, sagte die frühere Tagesschau-Sprecherin auf dem ersten „Christlichen Politik-Forum“ der AUF-Partei (Arbeit, Umwelt, Familie), das am 18. und 19. September in Berlin stattfand. Angesichts des schlechten Betreuungsschlüssels in den Krippen – mancherorts kämen auf eine Erzieherin 20 Kinder – gehe es bestenfalls um Aufbewahrung. Häufig würden die Kleinen jedoch vernachlässigt. Da individuelle Zuwendung in den ersten Lebensjahren für die positive Entwicklung entscheidend sei, hätten fremdbetreute Kinder im späteren Leben ein deutlich höheres Risiko, etwa an Alkoholsucht und Depressionen zu erkranken. „Kinder in den ersten drei Lebensjahren brauchen vor allem Bindung und Herzensbildung“, sagte Herman.

Siggelkow: Tischgemeinschaft pflegen

Der Gründer und Leiter des Kinderhilfswerks „Die Arche“, Bernd Siggelkow (Berlin), beklagte, dass das Kulturgut der Tischgemeinschaft beim Essen in den Familien immer mehr verlorengehe: „Viele Kinder kennen diesen Tisch gar nicht mehr.“ Die Kommunikation in Familien vollziehe sich zunehmend über das Internet. Er kenne Kinder, die von ihrem Zimmer aus mit der Mutter im Wohnzimmer chatten, so Siggelkow. Der Pastor mahnte die Politik, Maßnahmen gegen die Kinderarmut zu ergreifen. In Berlin seien davon 40 Prozent der Heranwachsenden betroffen. Siggelkow: „Wenn Kinder ein unkalkulierbares Armutsrisiko sind, dann müssen wir uns nicht wundern, dass immer weniger Kinder in der Wohlstandsgesellschaft geboren werden.“

Kritik an Union: „C“ wird nicht mehr umgesetzt

Der Vorsitzende der AUF-Partei, der Steuerberater Dieter Burr (Weissach bei Stuttgart), bezeichnete seine Partei als „christlich-wertkonservative Alternative“ zur CDU/CSU. Die AUF-Partei trete dafür ein, dass die traditionelle Familie mit Vater, Mutter und Kindern wieder Vorrang bekomme. Den Unionsparteien warf Burr vor, viel von christlichen Werten zu reden, diese aber nicht mehr in Politik umzusetzen. An dem Forum nahmen rund 80 Personen teil. Die 2008 gegründete AUF- Partei hat nach eigenen Angaben knapp 500 Mitglieder in neun Landesverbänden. Bei der Landtagswahl im Mai in Nordrhein-Westfalen erhielt sie 0,1 Prozent der Stimmen.