21. September 2017

Gewaltwelle nach geplanter Koran-Verbrennung befürchtet

Quelle: idea.de

US-General Petraeus warnt vor Vergeltungsschlägen auf ISAF-Soldaten.

US-General Petraeus warnt vor Vergeltungsschlägen auf ISAF-Soldaten.

Kabul/Gainesville (idea) – Eine geplante Koran-Verbrennung in den USA könnte weltweit eine Welle der Gewalt von erbosten Muslimen nach sich ziehen.
 

Zu befürchten ist ferner, dass die Aktion einer kleinen protestantischen Gemeinde in Florida zu Vergeltungsanschlägen auf die internationale Friedenstruppe ISAF in Afghanistan führt. Vor dieser Gefahr hat der Kommandeur der ISAF und US-Truppen im Land am Hindukusch, General David Petraeus, gewarnt. Dem Wall Street Journal sagte er, solche Aktionen spielten den Taliban und anderen muslimischen Extremisten in die Hand. In Afghanistan und Indonesien hat es bereits Demonstrationen mit Vergeltungsdrohungen gegeben. Von der geplanten Koranverbrennung haben sich in den USA muslimische Verbände sowie der ökumenisch ausgerichtete Nationale Kirchenrat und die Evangelische Allianz (NAE) distanziert, die rund 30 Millionen Evangelikale repräsentiert. Sie fordern eine Absage der Aktion. Doch die rund 50 Mitglieder zählende unabhängige Gemeinde Dove World Outreach Center (Weltmissionszentrum Taube) in Gainesville (Florida) bleibt bei ihrem Plan. Sie will am 11. September, dem neunten Jahrestag der islamistischen Anschläge auf das Welthandelszentrum in New York und das Pentagon in Washington, Exemplare des Korans öffentlich verbrennen.

Nicht Böses mit Bösem vergelten

Der Termin birgt eine weitere Provokation in sich: Am 11. September feiern Muslime das Ende des Monats Ramadan mit einem Tag des Fastenbrechens. Wie Pastor Terry Jones sagte, wolle man mit der Bücherverbrennung Muslimen eine Chance zur Bekehrung zum christlichen Glauben geben. Man hasse nicht die Muslime, sondern den Islam, der eine von Hass erfüllte Religion sei. NAE-Präsident Leith Anderson (Washington) hält dagegen: Die Bibel rufe dazu auf, nicht Böses mit Bösem zu vergelten, sondern „dem Guten nachzujagen – untereinander und gegen jedermann“ (1. Thessalonicher 5,15).