22. September 2017

„Die DDR war ein Unrechtsstaat – ohne Wenn und Aber“

Quelle: idea.de

Der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs, Andreas von Maltzahn. Foto: PR

Der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs, Andreas von Maltzahn. Foto: PR

Schwerin/Bützow (idea) – Vor einer Vernebelung des Unrechtscharakters der DDR warnt der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs, Andreas von Maltzahn (Schwerin).
 

Die DDR habe systematisch die Rechte des Einzelnen missachtet, Menschen jahrelang der Freiheit beraubt und eingesperrt. Deshalb könne er nicht verstehen, „wie manche heute den Unrechtscharakter des DDR-Staats relativieren wollen“, sagte der Bischof am 27. September beim 8. Treffen ehemaliger politischer Häftlinge der DDR in Bützow bei Güstrow. Vor allem Politiker der Partei „Die Linke“ lehnen es ab, die DDR als Unrechtsstaat zu bezeichnen. Von Maltzahn erinnerte an die systematischen Versuche der Staatssicherheit, Menschen zu zerstören, die Einmauerung der eigenen Bevölkerung einschließlich Selbstschussanlagen, das Verwehren von Abitur und Studium aus ideologischen Gründen sowie eine durch Halbwahrheit und Lüge verdorbene Atmosphäre. Das sei alles andere gewesen als nur „ein Schuss Willkür und Abhängigkeit“. Von Maltzahn: „Die DDR war ein Unrechtsstaat – ohne Wenn und Aber.“ Das dreitägige Treffen, das am 29. September endet, steht unter dem Titel „Zeugen und Zeugnisse des Unrechts in der DDR“ und wird vom Verein „Politische Memoriale“ (Schwerin) organisiert. In der DDR waren rund 250.000 Bürger aus politischen Gründen inhaftiert. 33.755 wurden zwischen 1963 und 1989 von der Bundesrepublik für über 3,5 Milliarden Euro freigekauft.