13. Dezember 2017

Christliches Dorf in Pakistan absichtlich geflutet

Quelle: idea.de

15 Menschen sterben in den Wassermassen, 377 werden obdachlos. Foto: Open Doors

15 Menschen sterben in den Wassermassen, 377 werden obdachlos. Foto: Open Doors

Rom/Khokarabad (idea) – In der pakistanischen Provinz Punjab soll ein Dorf mit vornehmlich christlichen Einwohnern absichtlich geflutet worden sein. Das berichtet der katholische Informationsdienst Fides (Rom).
 

Dadurch seien 15 Personen ums Leben gekommen und 377 Personen obdachlos geworden. Dem Bericht zufolge hatte ein Lokalpolitiker aus der 250.000-Einwohner-Stadt Muzaffargarh Dämme und Schutzvorrichtungen gegen die Flutkatastrophe bauen lassen, um so eigene Grundstücke zu schützen. Dadurch seien die Wassermassen absichtlich in das Dorf Khokharabad umgeleitet worden. Da die Einwohner vorher nicht informiert worden seien, konnten sie sich nicht in Sicherheit bringen. Der Politiker verwies darauf, er habe auf Anweisung des landwirtschaftlichen Amtes im Verwaltungsbezirk gehandelt. Die Behörde schob die Verantwortung wiederum dem für die Region zuständigen Gouverneur zu, der jedoch erklärte, keine entsprechende Anweisung gegeben zu haben. Von der Flutkatastrophe sind in Pakistan insgesamt etwa 20 Millionen Menschen betroffen. Von den 174 Millionen Einwohnern sind etwa 95 Prozent Muslime, zwei Prozent Christen, zwei Prozent Hindus und der Rest Sikhs, Buddhisten und Anhänger anderer Religionen.