23. September 2017

Bundestag prüft Petition zum Hausschulunterricht

Quelle: idea.de

Rund 5.500 Bürger unterstützen die Forderung.

Rund 5.500 Bürger unterstützen die Forderung.

Berlin (idea) – Der Deutsche Bundestag prüft eine Petition, die Straffreiheit für Hausschulunterricht fordert. Das teilt das „Netzwerk Bildungsfreiheit“ in seinem Rundbrief mit.
 

5.474 Personen unterstützen das Anliegen. Hausunterricht werde in allen anderen Ländern der Europäischen Union und englischsprachigen Nationen bereits schon länger mit großem Erfolg praktiziert und erweise sich immer mehr als Bildungsweg der Zukunft, heißt es in der Petition. In Deutschland sei es dagegen eine noch weitgehend unbekannte und mit zahlreichen Vorurteilen behaftete Form des Lernens. „Die unzureichende Vermittlung von ethischen und moralischen Grundwerten an öffentlichen Schulen, Gewalt und Mobbing, negative Sozialisation der Kinder, fehlende Lernfreude, sinkendes Bildungsniveau“ hätten dazu geführt, dass sich immer mehr Eltern Alternativen im Bildungssystem wünschten: „Bis dato existiert die Schulpflicht in Deutschland statt einer sinnvolleren Lernpflicht.“ Eltern, die ihre Kinder selbst unterrichten wollen, müssten mit Strafen, etwa Bußgeldern, rechnen und würden unnötig kriminalisiert. Gefordert wird, alle staatlichen Sanktionsmaßnahmen gegen solche Eltern aufzuheben.

Behandlung im Ausschuss noch unklar

Ob die Forderungen im Petitionsausschuss des Bundestags behandelt werden, ist unklar. Im vorigen Jahr erreichten den Ausschuss 18.881 Eingaben von Bürgern. In die parlamentarische Beratung gelangten 6.739 Fälle. Bei 1.316 Petitionen wurde dem Anliegen entsprochen, in 4.731 Fällen nicht. Die restlichen 692 wurden in andere Zuständigkeitsbereiche weitergeleitet. Als gesichert gilt eine Beratung nur dann, wenn binnen drei Wochen nach Veröffentlichung 50.000 Bürger das Anliegen unterstützen. Anlass für die Forderung nach einem straffreien Hausunterricht ist die steigende Zahl von Fällen, bei denen Eltern ein Bußgeld auferlegt wurde, weil sie ihre Kinder von einzelnen Schulveranstaltungen fernhielten oder ganz zu Hause unterrichteten. In mehreren Fällen kamen christliche Eltern in Erzwingungshaft, weil sie Bußgelder nicht bezahlt hatten.