23. Mai 2018

Baptisten: Christen und Muslime sind „Geschwister“

Quelle: idea.de

Der Direktor der Baptistischen Gesellschaft im Libanon, Nabil Costa. Foto: PR

Der Direktor der Baptistischen Gesellschaft im Libanon, Nabil Costa. Foto: PR

Honolulu (idea) – Christen und Muslime sind religiöse Geschwister; sie sollten nicht schlecht voneinander reden. Diese Ansicht vertraten Baptisten aus dem Libanon und den USA in einer Arbeitsgruppe des Baptistischen Weltkongresses, der vom 28. Juli bis 1. August in Honolulu (Hawaii) tagte.
 

In seinem Arbeitspapier, das dem Informationsdienst EthicsDaily.com vorliegt, kritisierte der Direktor der Baptistischen Gesellschaft im Libanon, Nabil Costa (Beirut), dass muslimische Extremisten das Christentum schmähen, um den sogenannten Heiligen Krieg zu rechtfertigen und den „unmoralischen Westen“ zum Islam zu bekehren. In ähnlicher Weise zeichneten manche Politiker und Medien im Westen ein schändliches Bild von Muslimen und sprächen im Blick auf islamisch geprägte Länder von einer „Achse des Bösen“. Es sei traurig, dass diese Einschätzung in vielen evangelikalen Gemeinden bekräftigt und der Islam „dämonisiert“ werde, so Costa. Seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 träten in christlichen Kreisen vermehrt „Blender“ auf, die sich als Islam-Experten ausgäben und eine „Botschaft des Hasses“ predigten. Das verstoße gegen das Gebot „Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider Deinen Nächsten“.

„Lieblos und hinterlistig“

Ähnlich äußerte sich der baptistische Theologieprofessor Robert Sellers (Abilene/US-Bundesstaat Texas). Es sei „lieblos und hinterlistig“, den Propheten Mohammed zu diffamieren, schlecht vom Islam zu reden oder Muslime kollektiv als Extremisten darzustellen. Die Arbeitsgruppe des Weltkongresses stand unter dem Thema „Christliche und muslimische Geschwister: Kinder Abrahams, Saras und Hagars“. Der Weltbund umfasst 216 Baptistenbünde mit über 37 Millionen getauften Mitgliedern.