12. Dezember 2017

Wo Kirchen aus den Nähten platzen

Quelle: idea.de

Michael Wehrwein: Mut zum Brückenbauen.

Michael Wehrwein: Mut zum Brückenbauen.

Bad Brückenau (idea) – Deutschland hat schöne, große Kirchen, in denen sich aber oft nur wenige Menschen zum Gottesdienst einfinden. Hingegen sind im ostafrikanischen Tansania die Kirchen oft zu klein; sie haben nicht genug Platz für die vielen Gottesdienstbesucher.
 

Das berichtete der tansanische Pfarrer Ezekiel Megiroo Morell beim Kirchentag des evangelisch-lutherischen Dekanats Lohr am Main. Das Treffen fand am 11. Juli im Georgi-Kurpark von Bad Brückenau (Unterfranken) statt. Daran nahmen vier Gäste aus der Partnergemeinde Oldonyo Sambu nahe Arusha (Nordost-Tansania) teil. Von den rund 5.000 Einwohnern im Gemeindegebiet sind etwa 1.700 lutherische Christen. Etwa 1.200 Erwachsene und 500 Kinder feiern dort die Sonntagsgottesdienste. 22 Evangelistinnen und Evangelisten unterstützen den Pfarrer in der Gemeindearbeit. In der Verkündigung und mit Besuchsdiensten versucht man, dem christlichen Glauben Fernstehende zu erreichen. Die Gemeinschaft spiele eine zentrale Rolle, erklärte Morell. In Deutschland pflegten viele Christen zwar ihren persönlichen Glauben, aber sie verlören die Gemeinschaft aus dem Blick.

„Mut zum Brückenbauen“

„Mut zum Brückenbauen“ machte Dekan Michael Wehrwein (Lohr) in seiner Ansprache. Weil Gott durch Jesus eine Brücke in diese Welt geschlagen habe, gelte es, in seiner Nachfolge auch Brücken zu bauen – zwischen Kontinenten und Kulturen, Kirchen und Konfessionen, zwischen Gemeinden, in der Gesellschaft und zwischen Menschen. Jeder – auch wer sich als areligiös bezeichne – sehne sich nach Sinn und Glück, sagte der Festredner, Pfarrer Alexander Garth (Berlin). Er leitet die „Junge Kirche Berlin“ in einem weitgehend atheistischem Umfeld im Bezirk Lichtenberg. Jesus sei die Antwort auf die Grundfragen des Lebens, sagte Garth. Regionalbischof Christian Schmidt (Ansbach) bezeichnete es als entscheidend für Christen, die weltweite Kirche im Blick zu haben, den Reichtum des Glaubens zu entdecken und im Alltag als fröhlicher Christ zu leben.