13. Dezember 2017

Werden Ehrenämter für Billigjobs missbraucht?

Quelle: idea.de

ARD-Magazin: Wohlfahrtsverbände nutzen Regelungslücke aus.

ARD-Magazin: Wohlfahrtsverbände nutzen Regelungslücke aus.

Hamburg/Berlin (idea) – Missbrauchen Wohlfahrtsverbände wie Diakonie, Caritas oder das Deutsche Rote Kreuz Ehrenämter für Billigjobs? Diesen Vorwurf erhebt das ARD-Magazin Panorama (Hamburg) in seiner Sendung vom 1. Juli.
 

Möglich macht dies eine Regelung aus dem Jahr 2003: Demnach können die Verbände ihren ehrenamtlichen Kräften bis zu einer Obergrenze von 2.100 Euro im Jahr eine steuer- und abgabenfreie Aufwandsentschädigung für ihre Dienste zahlen. Erst darüber hinaus fallen Sozialabgaben und Steuern an. Durch derartige Praktiken schaffen die Wohlfahrtsverbände laut „Panorama“ Beschäftigungsverhältnisse ohne ausreichenden Sozialversicherungsschutz. „Die Wohlfahrtsverbände nutzen offensichtlich eine Regelungslücke“, wird der Vorsitzende des Unterausschusses „Bürgerschaftliches Engagement“ im Bundestag, Markus Grübel (CDU), zitiert. Er fordert eine Gesetzesänderung. Wie es in dem Bericht weiter heißt, hätten mehrere große Verbände bestätigt, dass sie die Regelung nutzen, um Löhne im Niedriglohnbereich aufzustocken. Die Pressesprecherin des Diakonischen Werkes der EKD, Ute Burbach-Tasso (Berlin), verteidigte gegenüber idea dieses Vorgehen: Dank der Aufwandsentschädigungen erhielten Arbeitslose einen zusätzlichen Anreiz, sich ehrenamtlich zu engagieren. Die Kombination von Lohnzahlung und Aufwandsentschädigung ist aus ihrer Sicht völlig legitim.