20. September 2017

US-Evangelikale gegen Koran-Verbrennung

Quelle: idea.de

Pastor Terry Jones ruft in einem Video dazu auf, an der Verbrennung von Koran-Exemplaren teilzunehmen. Screenshot: YouTube/PRWashington (idea) – Die geplante Koran-Verbrennung durch eine protestantische Gemeinde im US-Bundesstaat Florida stößt auf Widerstand bei der größten evangelikalen Dachorganisation der Vereinigten Staaten.
 

Die Evangelische Allianz (NAE), die rund 30 Millionen Christen repräsentiert, fordert die Absage der Bücherverbrennung. Sie würde nicht nur in den USA, sondern weltweit die Spannungen zwischen Muslimen und Christen verstärken, erklärte NAE-Präsident Leith Anderson (Washington). Es scheine sich um einen Akt der Rache für die Christenverfolgung in islamisch geprägten Ländern zu handeln, so Anderson. Die Bibel rufe aber dazu auf, nicht Böses mit Bösem zu vergelten, sondern „dem Guten nachzujagen – untereinander und gegen jedermann“ (1. Thessalonicher 5,15). Die Allianz wolle Verständigung und Versöhnung zwischen Menschen unterschiedlichen Glaubens fördern. Eine Koran-Verbrennung würde Muslimen zutiefst beleidigen; ebenso würden auch Christen auf eine Verbrennung von Bibeln reagieren. Gleichwohl spreche die Allianz auch die Verfolgung von Christen in aller Welt deutlich an. Allianzvorstandsmitglied Joel Hunter, Hauptpastor einer Gemeinde in Orlando (Florida), mahnte, nicht noch Öl in das Feuer zu gießen, sondern es mit „dem Wasser der Liebe“ zu löschen.

„Islam ist vom Teufel“

Das Dove World Outreach Center (Weltmissionszentrum Taube) in Gainesville (Florida) will am 11. September, dem neunten Jahrestag der Anschläge auf das New Yorker Welthandelszentrum, Exemplare des Korans öffentlich verbrennen. Die Gemeinde betrachtet den Islam als eine Religion des Bösen. Pastor Terry Jones hat ein Buch mit dem Titel „Islam ist vom Teufel“ geschrieben. Wie er sagte, wolle man mit der Bücherverbrennung Muslimen eine Chance zur Bekehrung zum christlichen Glauben geben. Der Termin birgt eine weitere Provokation in sich: Am 11. September feiern viele Muslime das Ende des Monats Ramadan mit einem Tag des Fastenbrechens. Der Rat für Amerikanisch-Islamische Beziehungen will den Tag zur Verbreitung des Korans nutzen.