13. Dezember 2017

Online-Netzwerke können Nutzer einsam machen

Quelle: idea.de

Studie: Oberflächliche Kontakte lösen bei manchen Nutzern Distanzgefühle aus. Foto: Flickr.com/Gauldo

Studie: Oberflächliche Kontakte lösen bei manchen Nutzern Distanzgefühle aus. Foto: Flickr.com/Gauldo

Tucson/Wien (idea) – Soziale Netzwerke wie Facebook helfen nicht dabei, enge Freundschaften zu schließen. Im Gegenteil: Sie können Nutzer in Einsamkeit, Schlaflosigkeit oder Stress treiben.
 

Das haben Forscher der Universität von Arizona (Tucson/US-Bundesstaat Arizona) herausgefunden. Schuld daran sei häufig die Oberflächlichkeit bei den Kontakten mit vielen gesammelten „Freunden“. Sie rufe bei manchen Menschen Distanzgefühle hervor, ermittelten die Wissenschaftler in einer Studie. Laut dem Wiener Psychiater und Psychotherapeuten Prof. Raphael Bonelli haben Online-Netzwerke wie Facebook und Twitter den Begriff der Freundschaft verändert: „War sie ursprünglich ein ,dem anderen Gutes wollen‘, so bedeutet sie im Internet oft, dass man andere über die aktuelle Befindlichkeit informiert, Nachrichten eines anderen abonniert und Teilnahme zeigt.“ Sofern man solche Kontakte überhaupt als Freundschaften bezeichnen könne, dann höchstens als deren oberflächlichste Form. Die immer noch steigende Beliebtheit der Netzwerke wertet Bonelli als Zeichen der Sehnsucht vieler Menschen, wahrgenommen zu werden, sowie auch als Beleg für Narzissmus (Selbstliebe): „Jeder will gerne viele Freunde haben und sich anderen mitteilen.“ Gerade das Schließen von Freundschaften per Mausklick könne aber zum Problem werden, sobald die Jagd nach möglichst vielen Kontakten überhand nehme. „Technisch ist es möglich, 500 oder mehr Facebook-Freunde zu besitzen. Über eine gute soziale Vernetzung sagt das aber wenig aus“, zitiert der Informationsdienst pressetext den Experten.