21. September 2017

Luthers Reformation ökumenisch feiern

Quelle: idea.de

Lutheraner und Unierte: Luthers Werk geht alle Kirchen an.

Lutheraner und Unierte: Luthers Werk geht alle Kirchen an.

Stuttgart (idea) – Das 500-jährige Jubiläum der Reformation Martin Luthers (1483-1546) im Jahr 2017 soll zu einem ökumenischen Ereignis werden.
 

Das haben der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Johannes Friedrich (München), und der Präsidiumsvorsitzende der Union Evangelischer Kirchen (UEK), Landesbischof Ulrich Fischer (Karlsruhe), unterstrichen. In Grußworten vor der Vollversammlung des Lutherischen Weltbunds (LWB) äußerten sie sich am 23. Juli in Stuttgart zum Jubiläumsjahr, in dem Luthers Thesenanschlags vom 31. Oktober 1517 in Wittenberg gedacht wird. Die VELKD umfasst acht Landeskirchen mit rund 10 Millionen Mitgliedern. Zur UEK gehören 13 Landeskirchen unierten, reformierten und lutherischen Bekenntnisses. Unter dem Dach der EKD finden sich 22 Landeskirchen mit insgesamt rund 24,5 Millionen Mitgliedern zusammen. Das Deutsche Nationalkomitee des LWB habe sich fest vorgenommen, das Jahr 2017 „mit weltweiter und ökumenischer Ausrichtung zu begehen“, erklärte Friedrich, der dem Komitee vorsteht. Alle Kirchen hätten sich durch die Reformation verändert. Friedrich: „Wir wollen feiern, dass Gott uns und seine Kirche liebt und uns immer wieder den Mut zur Veränderung schenkt.“

Das Evangelium einmütig bezeugen

Auch Fischer betonte, dass die Reformation die kirchliche Landschaft in aller Welt tiefgreifend verändert habe. Das gelte auch für die „römisch-katholischen Geschwister“. Das Reformationsgedenken rege die Kirchen zu gemeinsamem Zeugnis an. Fischer verwies auf das Verständnis von Ökumene in „versöhnter Verschiedenheit“, das die Leuenberger Konkordie entwickelt habe. Im schweizerischen Leuenberg hatten 1973 lutherische, reformierte, unierte, methodistische und vorreformatorische Kirchen eine Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft beschlossen. Darauf geht die Gemeinschaft Evangelischer Kirche in Europa (GEKE) – früher Leuenberger Kirchengemeinschaft – zurück, in der 195 protestantische Kirchen in Europa und Südamerika zusammengeschlossen sind. Fischer zitierte aus der Konkordie: „Die Verkündigung der Kirchen gewinnt in der Welt an Glaubwürdigkeit, wenn sie das Evangelium in Einmütigkeit bezeugen. Das Evangelium befreit und verbindet die Kirchen zum gemeinsamen Dienst.“ Für die EKD mit ihren lutherischen, unierten und reformierten Mitgliedskirchen sei die Konkordie eine feste Grundlage, so Fischer. Er überbrachte auch die Grüße des amtierenden EKD-Ratsvorsitzende, Präses Nikolaus Schneider (Düsseldorf), an die LWB-Vollversammlung.