13. Dezember 2017

Iran: Hauskirchen-Leiter seit April inhaftiert

Quelle: idea.de

Pastor Bahnam Irani ist „Gefangener des Monats Juli“. Foto: fcnn.com

Pastor Bahnam Irani ist „Gefangener des Monats Juli“. Foto: fcnn.com

Frankfurt am Main/Wetzlar (idea) – Als „Gefangenen des Monats Juli“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea den iranischen Pastor Bahnam Irani benannt und zur Unterstützung für ihn aufgerufen.
 

Der Leiter einer Hauskirche in der nordiranischen Millionenstadt Karaj wurde nach Erkenntnissen des Informationsdienstes Farsi Christian News Network (FCNN) am 14. April von Geheimdienstmitarbeitern abgeführt. Sie drangen in sein Haus ein, stellten sich als Mitarbeiter des Informationsministers vor, bedrohten die Anwesenden, beschimpften und verhafteten den Pastor. Anwesend waren zehn junge Leute, die kürzlich Christen geworden waren und sich zum Bibelstudium trafen. Sie mussten Formulare ausfüllen und angeben, wie sie zum Christentum kamen und wer sie getauft hat. Die Geheimdienstmitarbeiter erklärten ihnen, dass sie an einem illegalen Treffen teilnehmen und demnächst von den Behörden vorgeladen werden. Später kamen erneut Beamte in Iranis Haus und beschlagnahmten unter anderem Computer, Bibeln und andere christliche Schriften. Familienmitglieder erhielten keine Informationen über den Aufenthaltsort des Pastors, der bereits 2005 einmal inhaftiert war. Die IGFM vermutet, dass er sich in der Haftanstalt des Stadtteils Gohar-Dasht von Karaj befindet.

Aktion gegen Hauskirchen-Bewegung

Die Menschenrechtsorganisation bewertet das Vorgehen gegen die Gemeinde als gezielte Aktion gegen die iranische Hauskirchen-Bewegung. Deren Leiter haben zum Gebet aufgerufen, insbesondere für Personen, die vom Islam zum Christentum übergetreten sind. Die IGFM ruft dazu auf, in Briefen an die iranische Botschaft in Berlin die sofortige Freilassung Iranis zu fordern. Der Iran habe den „Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte“ ratifiziert, der Religionsfreiheit garantiere. Nach der iranischen Verfassung dürfe niemand wegen eines bestimmten Glaubens belästigt werden. Von den 74 Millionen Einwohnern Irans sind 99 Prozent Muslime. Die Zahl der Konvertiten zum christlichen Glauben wird auf bis zu 250.000 geschätzt. Ferner gibt es bis zu 150.000 meist orthodoxe armenische und assyrische Christen.