20. September 2017

Homosexualität: „Abnormalität“. Sächsischer CDU-Politiker unter Beschuss

Kai Hähner - Foto: www.cdu-chemnitz.de

Kai Hähner - Foto: www.cdu-chemnitz.de

(TS) Nach Bekanntwerden einer schriftlichen Äußerung an die Organisatoren des Christopher Street Day (CSD) in Leipzig steht Kai Hähner, Vorsitzender des Chemnitzer CDU-Ortsverbandes Mitte-West, außerhalb und innerhalb der CDU unter Beschuss.
 

Nach Information der Organisatoren des CSD Leipzig hätte Herr Hähner am 21.7. über das Kontaktformular auf der Leipziger CSD-Website folgende persönliche Mitteilung hinterlassen:

„Sehr geehrte Damen und Herren, eines vorweg. Ich leide nicht an Homophobie. Allerdings finde ich es unerträglich, wie Sie Ihre Lebensweise in die Öffentlichkeit tragen und somit einer Vielzahl von Menschen regelrecht aufdrängen. Leben Sie, wie Sie wollen, im Privaten und lassen Sie andere mit Ihrer Abnormalität in Ruhe. Und nun noch ein paar Worte zu dem Interview bei MDR Info am vergangenen Wochenende. Durch Ihre öffentlichen Auftritte und das Zurschaustellen Ihrer Lebensweise gilt Homosexualität in einer immer liberaler werdenden Gesellschaft inzwischen als „Trendy“. Und somit verleiten Sie Jugendliche, die sich in einer sexuellen Findungsphase sind. Jedoch war die Äußerung einer Konfrontation mit Homosexualität gegenüber Kindergartenkindern eine unerträgliche Unverschämtheit. Sollte dies in diesem Land tatsächlich passieren und Kinder schon im Vorschulalter mit Homosexualität konfrontiert werden, werde ich der erste sein, der die Verantwortlichen dafür vor Gericht bringt. Mit freundlichen Grüßen Kai Hähner“

Nach aktuellen Medienberichten habe sich der sächsische CDU-Chef Michael Kretschmer von den Äußerungen seines Chemnitzer Parteikollegen Kai Hähner über Homosexuelle distanziert. Hähners Aussagen seien so indiskutabel, dass sie allein auf den Chemnitzer zurückfielen. Es handele sich allein um die Privatmeinung Hähners und nicht die der sächsischen CDU.

[Anmerkung: Kretschmers Position muss nicht mit der Meinung aller CDU-Mitglieder in Sachsen übereinstimmen. Telefonanrufe von CDU-Mitgliedern beim Betreiber dieser Homepage belegen dies.]

Für die Organisatoren des Leipziger CSD zeigten Hähners Aussagen, dass es in den Köpfen der Menschen noch immer Vorurteile gegen Homosexuelle gebe. Grund für Hähners Schreiben soll ein Interview auf MDR INFO zum CSD in Leipzig sein.

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