23. Februar 2018

Ist Christentum wegen mangelnder Heiligung schwach?

Quelle: idea.de

Im Internet ruft Schneider die Mitglieder seiner Freikirche ferner dazu, sich am „Projekt Gideon“ zu beteiligen.

Im Internet ruft Schneider die Mitglieder seiner Freikirche ferner dazu, sich am „Projekt Gideon“ zu beteiligen.

Urbach (idea) – Zu einem „heiligen“ Lebensstil hat die pfingstkirchliche „Gemeinde Gottes“ ihre rund 4.800 Mitglieder in Deutschland aufgerufen. Die neueste Ausgabe der Quartalszeitschrift „inSpirit – Zeitschrift für geisterfülltes Christsein“ der Freikirche beschäftigt sich ausschließlich mit dem Thema Heiligung.
 

Präses Erich Schneider (Urbach bei Stuttgart), fragt in einem Beitrag: „Könnte es nicht sein, dass die Schwäche des Christentums in Deutschland gerade im Mangel an Heiligung und heiligem Leben begründet ist?“ Anhänger der Heiligungsbewegung legen starken Wert darauf, dass ihre Anhänger eine „wirkliche Bekehrung“ erlebt haben, sich in ihrem Leben nach den ethischen Geboten des christlichen Glaubens richten und möglichst sündenfrei leben.

Heiligung kein Relikt der Kirchengeschichte

Kritik übt Schneider an den in vielen evangelikalen Gemeinden verbreiteten Slogan „Gott liebt dich, so wie du bist“. Es sei falsch, daraus zu folgern, dass man so bleiben könne wie man sei. Zwar brauche niemand eine Vorleistung für die Errettung durch Gott zu erbringen, doch bei Gott „muss ich nicht so bleiben, wie ich bin“, so Schneider. Er bedauert, dass „Heiligung und heiliges Leben für viele Christen in unserem Land Relikte der Gesetzlichkeit und falscher Frömmigkeit aus vergangenen Zeiten“ seien. Dabei zeige die Kirchengeschichte, dass Erweckungsbewegungen immer im Zusammenhang mit einem geheiligten Lebensstil gestanden hätten.

Projekt Gideon: Ein ganzes Volk befreien

Im Internet ruft Schneider die Mitglieder seiner Freikirche ferner dazu, sich am „Projekt Gideon“ zu beteiligen. Gesucht würden 300 Mitstreiter, die täglich für die Mission in Deutschland beten und einen Euro pro Tag für diesen Zweck spenden. Das Projekt ist nach einer Erzählung aus dem Alten Testament benannt. Der Anführer des Volkes Israels, Gideon, habe mit einer 300-Mann-Armee das übermächtige Heer der Midianiter geschlagen, weil Gott seinen Segen dazu gegeben hatte, so Schneider. Noch heute sei es Gott möglich, „mit einigen wenigen Getreuen ein ganzes Volk zu befreien und zu retten“, so der Präses. Die „Gemeinde Gottes“ ist Mitglied der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF). Bundesweit gehören zu der Freikirche rund 100 Gemeinden.