25. Februar 2018

Christen in der islamischen Welt zeigen mehr Bekennermut

Quelle: idea.de

Reinhold Strähler und seine Frau Marie-Luise wurden auf dem Jahresfest als neues Missionsleiterehepaar eingesegnet. Foto: idea/Starke

Reinhold Strähler und seine Frau Marie-Luise wurden auf dem Jahresfest als neues Missionsleiterehepaar eingesegnet. Foto: idea/Starke

Wiesbaden (idea) – Die Christen in der islamischen Welt sind in den vergangenen Jahren beim Bezeugen ihres Glaubens mutiger geworden. Diese Beobachtung hat der neue Missionsleiter der Evangeliumsgemeinschaft Mittlerer Osten (EMO), Reinhold Strähler (Wiesbaden), gemacht.
 

Der wachsende Bekennermut führe dazu, dass „mehr und mehr Muslime zum christlichen Glauben kommen“, sagte der 51-Jährige beim EMO-Jahresfest am 27. Juni in Wiesbaden gegenüber idea. Zu dieser Entwicklung trage auch bei, dass sich Muslime heute dank Radio, Satellitenfernsehen und Internet immer besser über den christlichen Glauben informieren könnten. Die EMO wolle mit ihrer Arbeit Christen in islamischen Ländern zur missionarischen Begegnung mit Muslimen ermutigen. Das Werk unter Vorsitz von Klaus Strub (Nierstein/Rhein) beschäftigt 42 deutsche, ägyptische und finnische Mitarbeiter; der Großteil arbeitet in Ägypten und im Sudan – vorwiegend in der Gesundheitsversorgung und der theologischen Ausbildung. Drei Mitarbeiter sind in Deutschland unter arabisch sprechenden Migranten aktiv.

Missionsleiter und Geschäftsführer eingeführt

Strähler und seine Frau Marie-Luise wurden auf dem Jahresfest als neues Missionsleiterehepaar eingesegnet. Beide sind seit 1986 bei der EMO beschäftigt. Zunächst war das Ehepaar 14 Jahre im Sudan tätig. Reinhold Strähler lehrte dort an einem Theologischen Seminar. Von 2006 bis 2010 schulte er in Kenia Christen bei der Aufgabe, Muslime besser zu verstehen und sie mit dem Evangelium zu erreichen. Strähler promovierte in diesem Jahr an der Universität von Südafrika über die Konversion von Muslimen. Auf dem Jahresfest wurde auch der neue Geschäftsführer der EMO, der promovierte Betriebswirt Martin Müller, eingeführt. Der 52-Jährige nimmt die kaufmännische Leitung des Werkes bereits seit dem Herbst wahr. Er war unter anderem acht Jahre Dozent an einer Wirtschaftshochschule in Indonesien und ist Experte für entwicklungspolitische Themen. Müller promovierte über Kultur, unternehmerische Fähigkeiten und ökonomische Entwicklung in der indonesischen Provinz Papua. Der bisherige EMO-Leiter, Maarten van Staveren (64), war im Herbst nach zwölfjähriger Amtszeit in den Ruhestand getreten.

Angst bestimmt Verhältnis von Christen und Muslimen

Hauptredner auf dem Jahresfest war der Leiter des deutschen Zweigs der Missionsgesellschaft Operation Mobilisation (OM), Tobias Schultz (Mosbach bei Heidelberg). Er vertrat vor den rund 500 Besuchern die Ansicht, dass der gegenseitige Umgang von Christen und Muslimen von Angst bestimmt sei. So trauten sich Christen häufig nicht, „Muslimen auf eine gute Weise das Evangelium weiterzugeben“. Angst hindere auch viele Muslime daran, sich mit der Botschaft Jesu Christi auseinanderzusetzen. In Europa gebe es außerdem die Befürchtung, dass Muslime die Herrschaft übernehmen könnten. Muslime wiederum hätten die Sorge, dass die westliche Welt den Islam zerstören wolle. Schultz zufolge verzerrt Angst die Wirklichkeit: „Wir sind nicht realistisch, wenn wir ängstlich sind.“ Außerdem zeige sich in der Angst ein mangelndes Gottvertrauen. Deshalb komme es darauf an, sich Ängste wie etwa Menschenfurcht einzugestehen und zum Beispiel mit Hilfe anderer Christen abzubauen. Schultz: „Es ist viel wichtiger, dass wir bei Gott beliebt sind als bei den Menschen.“