19. November 2017

Viele Partner auf Zeit statt einer Ehe fürs Leben

Quelle: idea.de

Matthias Horx, Trend- und Zukunftsforscher (www.zukunftsinstitut.de): Monogamie für jeweils einen Zeitabschnitt setzt sich durch. Foto: Klaus Vyhnalek

Matthias Horx, Trend- und Zukunftsforscher (www.zukunftsinstitut.de): Monogamie für jeweils einen Zeitabschnitt setzt sich durch. Foto: Klaus Vyhnalek

München (idea) – Die klassische Ehe wird nach Einschätzung des Trendforschers Matthias Horx (Kelkheim bei Frankfurt am Main) immer mehr durch Beziehungen auf Zeit abgelöst.
 

„Im Lauf unseres Lebens werden wir im statistischen Durchschnitt fünf bis 20 Partnerschaften durchleben, statt wie unsere Großeltern nur eine oder maximal zwei“, sagte er in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin Focus (München). Das „serielle Monogamiekonzept“ setze sich durch. Das heiße auch, „dass wir mit 40 oder 60 Jahren wieder Singles werden können“. Dabei erlerne man zunehmend eine neue „Liebesvernunft“. Horx: „Wir verabreden Partnerschaften für bestimmte Zeitabschnitte, oder wir trennen manchmal ganz bewusst bestimmte Sphären, etwa Sexualität und Geistesverwandtschaft. Die alles erfüllende romantische und erotische Liebe, die zugleich noch eine vernünftige und rationale Reproduktions-Partnerschaft ist, kann immer nur eine Ausnahmeerscheinung sein.“ Zur Frage, ob Ehe noch zeitgemäß sei, sagte der Trendforscher, Ehe sei immer auch ein juristischer Kontrakt, der ein Fundament für wichtige Fragen bilde: „So etwas werden wir immer brauchen.“ Ein Problem sei eher „die überbordende Romantisierung der Ehe als eine Art Rauschzustand.“ Das führe zu einer „seriellen Scheidungskultur“. Die moderne Familie definiert Horx als eine „Puzzle-Familie, in der sich Individualisten auf ihre Bedürfnisse und Verbindlichkeiten einigen müssen“. Nur starre Familien, die nach alten Rollenmustern agierten, zerbrächen.