18. November 2017

Ökumene ist mehr als Evangelisch und Katholisch

Quelle: idea.de

v.l.: Die Präsidenten des Ökumenischen Kirchentages, Alois Glück und Prof. Eckhard Nagel. Foto: PR

v.l.: Die Präsidenten des Ökumenischen Kirchentages, Alois Glück und Prof. Eckhard Nagel. Foto: PR

München (idea) – Der 2. Ökumenische Kirchentag will Zeichen setzen, die über das Streben nach Einheit von Protestanten und Katholiken hinausgehen. Eine wichtige Rolle spielten nicht nur die Orthodoxen und die Freikirchen, sondern auch der interreligiöse Dialog, sagte der evangelische Präsident des Christentreffens, der Mediziner Prof. Eckhard Nagel (Bayreuth/Augsburg), zum Auftakt des Großereignisses.
 

Vom 12. bis 16. Mai kommen über 125.000 Dauergäste zu dem größten diesjährigen Christentreffen Europas in München zusammen. Wie Nagel vor Journalisten sagte, wollten Christen unterschiedlicher Konfessionen und Kirchen voneinander und miteinander lernen. Nagel: „Ohne Ökumene ist die Zukunft des Christentums nicht denkbar.“

Thema Missbrauch: Opfer im Zentrum

Der katholische Präsident des Ökumenischen Kirchentages und Vorsitzende des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Alois Glück (München), wies auf die Aktualität der gesellschaftlichen Themen hin, mit denen sich die Kirchentagsteilnehmer in 3000 Veranstaltungen beschäftigen. Angesichts der Finanz- und Wirtschaftskrise, von der ganze Staaten und die EU erfasst würden, werde die Suche nach tragfähigen Ordnungen immer stärker. Diese müssten auf Werten gründen. Das gelte auch für Fragen von Krieg und Frieden und des Klimaschutzes. Der Kirchentag werde auch das Thema Missbrauch in Kirche und Gesellschaft offen behandeln. Im Mittelpunkt müssten die Opfer stehen. Zu diesem Thema finden 4 Veranstaltungen statt.

Noch kein gemeinsames Abendmahl

Auf dem Weg zu einem gemeinsamen Abendmahl erwartet der gastgebende Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Johannes Friedrich (München), in den nächsten fünf Jahren kein abschließendes Ergebnis. Auf dem Kirchentag wolle man die unterschiedlichen kirchlichen Positionen respektieren. Während die evangelische Kirche alle getauften zum Abendmahl einlädt, lässt die katholische Kirche nur Katholiken zur Eucharistie zu. Ein besonderes Zeichen der Verbundenheit soll durch eine orthodoxe Vesper gesetzt werden, zu der sich Christen aller Konfessionen während des Kirchentages an 1000 Tischen treffen.

Kirche der Zukunft ist vielfältig

Ökumene ist nach den Worten des katholischen Münchner Erzbischofs Reinhard Marx eine Haupt- und keine Nebensache. Die Kirche der Zukunft werde vielfältig sein. Er halte es für „heilsam“, dass beim Kirchentag über Unterschiede auch diskutiert und gestritten werde. Der Ökumenische Kirchentag sollte Hoffnung ausstrahlen und nicht die Miseren durch jammern verstärken.

Käßmann will kommen

Die Präsidenten des Ökumenischen Kirchentages, Nagel und Glück, begrüßten es, das die wegen einer Trunkenheitsfahrt zurückgetretene ehemalige EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischöfin a. D. Margot Käßmann (Hannover), beim Christentreffen mitwirkt. Sie sei herzlich willkommen, so Nagel und Glück.

Frauen in der Mehrheit

Von den Kirchentagsteilnehmern sind 58 % evangelisch und 40 % katholisch. Der Rest ist konfessionslos. Die Mehrheit der Teilnehmer (58%) ist weiblich.