19. November 2017

NRW-Wahl: Mehr Stimmen für christliche Kleinparteien

Quelle: idea.de

PBC, Zentrum und AUF-Partei erreichen jeweils etwa 0,1 Prozent.

PBC, Zentrum und AUF-Partei erreichen jeweils etwa 0,1 Prozent.

Düsseldorf (idea) – Zwei christliche Kleinparteien, die bei der nordrhein-westfälischen Landtagswahl am 9. Mai angetreten sind, konnten ihr Ergebnis im Vergleich zu 2005 verbessern.
 

Die Partei Bibeltreuer Christen (PBC), erhielt 9.404 Zweitstimmen (2005: 6.361), was einem Anteil von 0,1 Prozent entspricht. Das katholische „Zentrum“ verfünffachte fast seine Stimmenzahl auf 6.031 (2005: 1.261). Das sind ebenfalls 0,1 Prozent. Die zum ersten Mal bei einer Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen angetretene AUF-Partei bekam 5.243 Zweitstimmen (0,1 Prozent). Sie lag damit leicht unter dem Ergebnis der Europawahl 2009 (5.934 Stimmen). Die von Muslimen dominierte erstmals angetretene „Bürgerinitiative für Integration und Gerechtigkeit“ erreichte 13.849 Zweitstimmen (0,2 Prozent). Von den sonstigen Kleinparteien erhielten die PIRATEN mit 119.581 (1,5 Prozent) und die umstrittene Partei pro NRW mit 106.932 (1,4 Prozent) die meisten Zweitstimmen.

Historische Niederlagen für CDU und SPD

Die bisher regierende Koalition aus CDU und FDP hat keine Mehrheit mehr. Die CDU verlor gegenüber der Wahl 2005 10,2 Prozentpunkte der Stimmen und verbuchte mit 34,6 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis in der Geschichte des Bundeslandes. Die SPD feierte sich zwar als Wahrgewinnerin, verlor aber ebenfalls 2,6 Prozentpunkte und schnitt mit 34,5 Prozent so schlecht wie zuletzt 1954 ab. Bündnis 90/Die Grünen verbuchten mit 12,1 Prozent (plus 5,9 Prozentpunkte) dagegen ihr bislang bestes Ergebnis bei einer Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen. Die FDP legte leicht um 0,5 Prozentpunkte auf 6,7 Prozent zu. Die Linke zog erstmals mit 5,6 Prozent in den nordrhein-westfälischen Landtag ein. Bei der Wahl vor fünf Jahren erreichten die Vorgängerparteien PDS und WASG zusammen 3,1 Prozent. Da weder Schwarz-Gelb noch Rot-Grün eine Mehrheit haben, kommen für eine Regierungsbildung nur Dreierbündnisse – zum Beispiel Rot-Rot-Grün – oder eine Große Koalition in Frage.